Die Stadt Innsbruck hat ihre Eigenjagd Höttinger Alm neu vergeben. Zum Zug kam nicht der Meistbietende, sondern ein Innsbrucker aus der benachbarten Genossenschaftsjagd.
Die Jagdvergabe auf der Nordkette hatte zuletzt für Zündstoff gesorgt, hatte doch ein Bewerber, der der Stadt aufgrund von Streitigkeiten nur allzugut bekannt war, ein finanziell spektakuläres Angebot unterbreitet. Dieses lag deutlich über dem, was andere Interessenten zu zahlen bereit gewesen wären.
Eingehende Prüfung
Insgesamt seien sieben Angebote für das rund 420 Hektar große Revier westlich der Seegrube eingelangt. Der Stadtsenat beschloss gestern mit einer Enthaltung (DNI-StR Markus Stoll), die Eigenjagd rückwirkend ab 1. April auf die Dauer von zehn Jahren an Hans Angermair und Franz Berchtold zu verpachten. Der Vergabe sei eine eingehende Prüfung vorangegangen, erläuterte der ressortzuständige Bürgermeister Johannes Anzengruber (JA).
Die Verpachtung einer Jagd ist vor allem eine Frage des weidmännischen Vertrauens, das mit Geld nicht aufgewogen werden kann.
Tiroler Jägerverband in einer Stellungnahme an die „Krone“
Fokus auf ethische Eignung der Angebotsleger
„Maßgebliche Kriterien für die Bewertung und Gewichtung der abgegebenen Angebote sind neben dem finanziellen Aspekt insbesondere die jagdfachliche und ethische Eignung der Angebotsleger. In der Gesamtschau sämtlicher Bewertungskriterien sind daher die Angebote von Herrn Angermair und Herrn Berchtold am besten zu werten“, erläuterte Anzengruber.
Jäger kennen das Gebiet bereits
Die jagdliche Bewirtschaftung eines Reviers in unmittelbarer Nähe zum urbanen Raum der Landeshauptstadt Innsbruck birgt laut dem Amt für Wald und Natur „aufgrund starker Frequentierung durch Freizeitnutzende aller Art große Herausforderungen“. Diese seien Hans Angermair und Franz Berchtold als erfahrenen Innsbrucker Jägern schon bestens bekannt.
Pächter betreibt bereits Genossenschaftsjagd
Diese Erfahrung bewog StR Stoll, genauer hinzuschauen: „Einer der Pächter bewirtschaftet bereits die Genossenschaftsjagd Hötting, die unmittelbar an die Eigenjagd grenzt. Da erkenne ich eine gewisse Unvereinbarkeit“, erläutert Stoll. Zudem sei eine politische Nähe zur JA-Liste von Bürgermeister Anzengruber im Umfeld gegeben, zeigte Stoll auf.
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