Unruhe im Revier

Jagdvergabe als heißes Eisen: Stadt ist nun am Zug

Tirol
13.04.2026 14:00

An wen soll die Stadt Innsbruck eine Eigenjagd in bester Lage auf der Nordkette vergeben? Ein Angebot liegt deutlich über den anderen, die Vorgeschichte dazu alarmiert die Jägerschaft. 

Die Verpachtung der städtischen Eigenjagd „Höttinger Alm“ hätte eigentlich mit 1. April unter Dach und Fach sein sollen. Das wäre wahrscheinlich auch der Fall gewesen, wäre nicht ein Angebot eingelangt, das deutlich höher lag als die anderen. Kolportiert 40.000 Euro jährlich auf zehn Jahre wurden geboten, um 25.000 Euro mehr als das zweitplatzierte.

Das Problem nur: Es stammt von einem Bewerber, der als damaliger Jagdausübungsberechtigter mit der Stadt in Streit geraten war. Franz X. Gruber war 2018 politisch zuständiger ÖVP-Stadtrat für Almen und Jagd und ist heute Bezirksjägermeister. Er kennt nicht nur das Jagdgebiet wie seine Westentasche, sondern auch alle handelnden Personen und die Vorgeschichte, die letztlich zu einem Cobra-Einsatz auf der Nordkette führte.

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Das ist eine rechtlich pikante Situation und ein Dilemma für die Stadt.

Bezirksjägermeister Franz X. Gruber

„Stadt muss rechtliche Aspekte abwägen“
„Es stimmt, es gab amtsseitige Meinungsverschiedenheiten mit dem damaligen Paketabschussnehmer. Diese wurden aber nach einem intensiven Gespräch im guten Einvernehmen beigelegt“, berichtet Gruber. Wie beurteilt er die bevorstehende Jagdvergabe im Stadtsenat? „Das ist eine rechtlich pikante Situation und ein Dilemma für die Stadt. Einerseits ist der Mann vollständig rehabilitiert und darf nicht diskriminiert werden. Andererseits existieren Bedenken der Jägerschaft. Die schwierige Optik ist eine Tatsache. Die Stadt muss die rechtlichen Aspekte abwägen und entscheiden“, sagt Bezirksjägermeister Gruber.

FP Innsbruck: „Werden nicht zustimmen“
Innsbrucks FP-StR Markus Lassenberger hat sich seine Meinung bereits gebildet. „Dass die Stadt einen neuen Pächter für ihre Eigenjagd sucht, ist gut und recht. Aber wenn der Bestbieter jene Person ist, die vor Jahren sogar von der Polizei von der Nordkette festgenommen und ausgeflogen wurde, dann ist an eine Vergabe an diesen nicht einmal im Ansatz zu denken, egal wie hoch das Gebot ist“, bezieht Lassenberger klar Stellung. Er gehe „fest“ davon aus, dass BM Johannes Anzengruber „aus moralischer Sicht“ einer solchen Vergabe nicht zustimmen würde. 

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