Sorge um Wildtiere

700 Heli-Flüge: Umweltanwalt kritisiert Hüttenbau

Steiermark
22.04.2026 16:01

Die Schutzhütte am Eisenerzer Reichenstein wird abgetragen und neu errichtet. Der steirische Umweltanwalt und die Jägerschaft fürchten nun wegen monatelanger Hubschrauberflügen „enorme Belastung“ der Tierwelt im alpinen Gelände.

Die auf 2130 Meter Seehöhe herrlich gelegene und bei Wanderern weithin bekannte Alpenvereins-Hütte am Eisenerzer Reichenstein ist baufällig, wird abgetragen und am gleichen Standort neu aufgebau. Erste Vorbereitungen für das aufwendige 2,5-Millionen-Euro-Projekt wurden getroffen, Genehmigungen sind erteilt, und demnächst soll die Baustelle in die heiße Phase gehen.

Kurz vor dem Start meldet jetzt aber der steirische Umweltanwalt Maximilian Lughofer Bedenken an – nicht am Neubau der Hütte an sich, den er befürworte, sondern an den geplanten Hubschrauberflügen, mit denen Abriss- und Baumaterial transportiert wird.

Schutzgebiet gilt nicht für Tiere
Bis zu 700 Helikopter-Flüge sollen von Juni bis Oktober dafür notwendig sein. Lughofer befürchtet eine „enorme Belastung für die ansässigen Tierarten“, wie etwa Gämse, Steinböcke und Murmeltiere – mitunter geschützte Arten. Rechtlich ist das Vorhaben des Alpenvereins gedeckt, denn das dortige Europaschutzgebiet erfasst lediglich die Pflanzenwelt. Dennoch sei „die geplante Vorgehensweise mit der sehr dichten Befliegung wildökologisch und im Lichte des Artenschutzes nicht tragbar“.

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Die geplante Vorgehensweise mit der sehr dichten Befliegung ist wildökologisch und im Lichte des Artenschutzes nicht tragbar.

Umweltanwalt Maximilian Lughofer

Dass sich am Mittwoch beinahe zeitgleich die steirische Jägerschaft zu Wort meldete – offenbar nach einem schon länger schwelenden Konflikt mit dem Alpenverein – ist wohl kein Zufall. In der entsprechenden Presseaussendung ist von einer „Bedrohung für die heimische Tierwelt“ die Rede, man fordert eine „naturverträglichere Umsetzung“. Bei der Planung für den Abriss und den Neubau fehle die Rücksichtnahme auf das Gebiet und dessen Bewohner. Man befürchtet massiven Stress für die Tiere, der unter anderem zur Verdrängung aus angestammten Lebensräumen führe. 

Hubschrauberflüge für Alpenverein alternativlos
Eine Materialseilbahn, wie vom Umweltanwalt als Alternative vorgeschlagen, sei „für den Ersatzbau völlig irrelevant, weil sie für diese Kapazitäten nicht reichen würde“, sagt Claudia Schagerl von der AV-Sektion Leoben. Zudem habe es in der Vergangenheit seitens des Alpenvereins bereits mehrere Anläufe für eine Seilbahn gegeben, die allerdings stets an Einsprüchen gescheitert seien.

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Eine Materialseilbahn ist für den Ersatzbau völlig irrelevant, weil sie für diese Kapazitäten nicht reichen würde.

Claudia Schagerl, Vorsitzende AV-Sektion Leoben

Den Bau und die – alternativlosen – Hubschrauberflüge auf mehrere Saisonen aufzuteilen, sei ob der herausfordernden Verhältnisse am Berg kaum möglich. „Wir haben da Windgeschwindigkeiten von bis zu 180 km/h und im Winter meterdickes Eis, da kann man nicht stückchenweise bauen, sondern muss das so schnell wie möglich durchziehen“, so Schagerl. 

Zudem zeigt man sich auch ob der nun medial gespielten Kritik irritiert, hätte es doch während der Verfahren – die zugunsten des Umbaus samt Heli-Flügen positiv ausgegangen sind – Gelegenheit zu Einsprüchen gegeben. 

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