Afghanische Ortskräfte

USA wollen Ex-Unterstützer in Afrika ansiedeln

Außenpolitik
22.04.2026 12:39
Porträt von krone.at
Von krone.at

Sie befinden sich derzeit auf einem ehemaligen US-Stützpunkt in Katar und sollen eigentlich auf eine Auswanderung in die Vereinigten Staaten vorbereitet werden. Doch nun sind die mehr als 1100 ehemaligen afghanische Unterstützer der US-Mission am Hindukusch darüber informiert worden, dass sie entweder in die Demokratische Republik Kongo auswandern oder wieder zurück nach Afghanistan müssten.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte eine Frist bis zum 31. März gesetzt, um das Lager as-Sailijah zu schließen. Nach einem tödlichen Angriff einer früheren afghanischen Ortskraft auf Mitglieder der US-Nationalgarde in Washington im vergangenen Jahr setzte die US-Regierung die Bearbeitung von Asylanträgen für Afghanen aus.

Aktivist: Regierung will, dass sie nach Afghanistan zurückkehren
Der ehemalige US-Militär und Leiter der Nichtregierungsorganisation AfghanEvac, Shawn VanDiver, verurteilte die Pläne zur Umsiedlung der Afghanen in den Kongo, wo regelmäßige Konflikte unter anderem mit dem Nachbarland Ruanda ebenfalls eine Flüchtlingskrise ausgelöst haben. Er beklagte: „Man verlegt keine gesicherten Verbündeten aus Kriegszeiten, von denen mehr als 400 Kinder sind, aus US-Gewahrsam in ein Land, das sich mitten in seinem eigenen Zusammenbruch befindet.“ Er rechnet damit, dass die meisten der Afghanen die Umsiedlungen in den Kongo ablehnen würden. „Der Regierung ist das bewusst. Genau darum geht es“, erklärte er. Auf diese Weise sollen die Menschen VanDiver zufolge gezwungen werden, nach Afghanistan zurückzukehren.

US-Senator über „wahnsinnige“ Aktion empört
Das US-Außenministerium wollte nicht bestätigen, dass die DR Kongo als Ziel ins Auge gefasst worden sei, erklärte jedoch, die US-Regierung prüfe eine „freiwillige Neuansiedlung“ aus dem Lager in Katar. „Die Verlegung der Menschen in ein Drittland ist eine positive Lösung, die diesen verbliebenen Menschen Sicherheit bietet, um ein neues Leben außerhalb Afghanistans zu beginnen, und zugleich die Sicherheit des amerikanischen Volkes gewährleistet“, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums.

Ein US-Senator für die Demokraten, Tim Kaine, erklärte, es wäre „wahnsinnig“, afghanische Verbündete der US-Armee in den Kongo zu schicken. „Wir haben diesen Afghanen zugesagt, dass wir ihre Sicherheit garantieren würden, nachdem sie uns geholfen haben“, erklärte er. Den afghanischen Ortskräften droht in ihrem Heimatland Verfolgung durch die radikalislamischen Taliban für ihre Zusammenarbeit mit den USA.

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