Bauträger mit Warnung:

„Wohnungsmarkt in Tirol steckt in Teufelskreis“

Tirol
21.04.2026 12:00

Die gemeinnützigen und gewerblichen Bauträger in Tirol warnen vor einem Rückgang der Bauleistung und einer daraus resultierenden Verknappung. Sie fordern die Politik zum Handeln auf, „ansonsten drohen gesellschaftspolitisch negative Effekte“.

Schulter an Schulter traten am Montag Vertreter der gewerblichen und der gemeinnützigen Bauträger in Tirol vor die Vertreter der Medien. „Der gesamte Wohnungsmarkt hierzulande steckt in einem Teufelskreis fest“, lautete der Tenor von Ellen Moll, Fachgruppenobfrau der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der WK, ihrem Stellvertreter Anton Ruech sowie Edgar Gmeiner vom Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen.

Ihr Warnruf gründet auf einer Studie zum gesamten Wohnbaumarkt, die Alexander Bosak von der Exploreal GmbH vorstellte.

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Die Kim-Verordnung ist zwar ausgelaufen, gilt aber noch als Empfehlung. Das gehört abgeschafft.

Ellen Moll

„Tun wir nichts, droht ab 2028 eine Verknappung“
Er rechnete vor, dass „in den Jahren 2024 bis 2026 255 Bauprojekte mit 5333 Wohneinheiten entweder abgeschlossen wurden oder in der Errichtung sind“. Konkret entfallen auf das Jahr 2025 exakt 2160 Wohnungen, auf das laufende 1880. Weiter prognostizierte der Studienautor, dass „in den Jahren 2027 und 2028 jeweils rund 1500 Wohnungen errichtet werden“.

Die Nachfrage nach Wohnraum sei höher als das Angebot. „Was wir sehen, ist ein Rückgang der Bauleistung um zwölf Prozent. Ab 2028 droht eine Verknappung“, so Moll.

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Wir bemühen uns, das serielle Bauen zu verstärken, um die Kosten dadurch zu senken.

Edgar Gmeiner

„Es drohen gesellschaftspolitisch negative Effekte“
Die Problematik bestehe einerseits darin, dass auf dem freien Markt nicht kostengünstig gebaut werden könne. „Es gibt in etwa 3000 Ö-Normen und jeden Monat neue Vorschriften durch die EU-Gebäuderichtlinie“, verdeutlichte Ruech. Die enormen Baukosten würden letztlich den Mieter bzw. Eigentümer treffen. Die daraus resultierende Folge sei eine Abwanderung vom freien Mietmarkt auf das Angebot der gemeinnützigen Bauträger. „Wenn aber der Gesamtmarkt schrumpft, ist das für alle schlecht“, betont Edgar Gmeiner.

Das Trio fordert schnellere und einfachere Verfahren, mehr Förderungen für den freien Markt und dass Gemeinden die Bebauung von Grundstücken forcieren. Man müsse den Jungen wieder den Traum vom Eigenheim ermöglichen, „ansonsten drohen gesellschaftspolitisch negative Effekte“.

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