Preisspiegel liegt vor

Immobilienmarkt in Tirol bleibt weiter unter Druck

Tirol
25.03.2026 05:00

Rund 10.000 Transaktionen wurden im Vorjahr in Tirol auf dem Immobilienmarkt gezählt. Die Preise für Eigentum und Miete sind laut der Wirtschaftskammer „moderat gestiegen“. Die Sprecher fordern endlich Maßnahmen.

Ungefähr 45.000 erhobene Einzelwerte, die aus der Auswertung von rund 91.000 Grundbuchtransaktionen auf ihre Richtigkeit überprüft werden: Aus dieser österreichweiten umfangreichen Datensammlung setzt sich der Immobilienpreisspiegel zusammen. Am Dienstag präsentierten Ellen Moll, die Obfrau der Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Tiroler Wirtschaftskammer, und Obfrau-Stellvertreter Arno Wimmer die Ergebnisse.

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Wir sehen eine schrittweise Erholung des Marktes. Die steigenden Transaktionen zeigen, dass wieder mehr Bewegung kommt.

Ellen Moll

Steigendes Interesse an Bestandsimmobilien
Während bundesweit die Zahl der Transaktionen im Vorjahr um 8,98 Prozent auf 91.000 gestiegen ist und besonders im Wohnsegment ein Zuwachs von 20,96 Prozent registriert wurde, wurden in Tirol laut Wimmer rund 10.000 Immobilienverkäufe gezählt. „Die österreichweite Entwicklung ist auch hierzulande erkennbar“, erklärt er. Besonders beobachte die Branche ein steigendes Interesse an Eigentumswohnungen und dabei vor allem an Bestandsimmobilien. „Diese sind im Vergleich zu Neubauten oft leistbarer“, so Wimmer.

Ellen Moll und Arno Wimmer präsentierten die Zahlen.
Ellen Moll und Arno Wimmer präsentierten die Zahlen.(Bild: Schwaiger Manuel)

Preisanstieg bei Eigentum ... 
Wie haben sich die Preise im Vorjahr entwickelt? „Für Eigentumswohnungen im Erstbezug liegen die durchschnittlichen Quadratmeterpreise bei rund 4256 Euro, was einem Anstieg von 1,46 Prozent entspricht. Gebrauchte Eigentumswohnungen erreichen im Schnitt etwa 2931 Euro pro Quadratmeter und verzeichnen damit ein Plus von 1,67 Prozent“, rechnet Wimmer vor.

Ähnlich die Situation bei den Einfamilienhäusern. „Mit durchschnittlich rund 3086 Euro pro Quadratmeter zeigt sich auch hier ein moderater Anstieg von 1,37 Prozent“, rechnet der Obfrau-Stellvertreter vor.

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Leistbare Bestandsobjekte stehen aktuell besonders im Fokus. Hier sehen wir auch in Tirol eine steigende Nachfrage.

Arno Wimmer

... und auch bei den Mieten
Und wie sieht es bei den Mieten aus? Hier zeigt sich ein Anstieg von 2,24 Prozent. „Neuwertige Mietwohnungen werden derzeit tirolweit im Durchschnitt um 11,39 Euro pro Quadratmeter vermietet.“ Eine Herausforderung bleibt das Bauland. Hier gingen die Transaktionen österreichweit um 3,66 Prozent zurück. Gerade in Tirol bleibe Bauland aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit ein besonders knappes und entsprechend kostspieliges Gut, was sich dämpfend auf die weitere Entwicklung auswirken dürfte.

Aus Sicht der Experten Moll und Wimmer brauche es daher dringend Maßnahmen, um die Rahmenbedingungen zu verbessern. „Dazu zählen eine Vereinfachung von Bauvorschriften, mehr Förder- und Rechtssicherheit sowie gezielte Maßnahmen zur Senkung der Baukosten.“

Prognose von Ökonom
„Auch in Zukunft teures Pflaster“

Während der Immobilienpreisspiegel (siehe Bericht oben) einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 3086 Euro bei Einfamilienhäusern aufweist, kommt die Raiffeisen-Landesbank Tirol AG (RLB) interessanterweise zu einem gänzlich anderen Ergebnis. „Der Quadratmeter eines Tiroler Einfamilienhauses kostete im vierten Quartal des Vorjahres 6955 Euro. Der Immobilienmarkt in Tirol ist damit innerhalb Österreichs der zweitteuerste nach Wien“, sagt Matthias Reith, Senior-Ökonom für den österreichischen Wohnimmobilienmarkt bei Raiffeisen Research. Und er spricht von um 2,7 Prozent teureren Einfamilienhäusern als noch 2024.

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Die Möglichkeiten zur Schaffung neuen Wohnraums sind stark begrenzt. Was knapp und begehrt ist, ist zumeist auch teuer.

Matthias Reith

Kitzbühel bleibt teuerstes Pflaster
Die (Preis)Wahrheit zwischen dem Immobilienpreisspiegel und der Analyse der RLB dürfte wahrscheinlich irgendwo in der Mitte liegen. Die RLB listet in ihrer Analyse auch die preislichen Spitzenreiter auf. Wie schon seit vielen Jahren bleibt Kitzbühel an erster Stelle. „Der Quadratmeter eines Einfamilienhauses kostete dort Ende des Vorjahres 10.240 Euro, gefolgt von der Landeshauptstadt mit 10.180 Euro. Am günstigsten ist der Eigentumserwerb im Bezirk Lienz mit 4210 Euro“, rechnet Reith vor.

Der Senior-Ökonom hat für Häuslbauer abschließend keine guten Nachrichten im Gepäck: „Die Möglichkeiten zur Schaffung neuen Wohnraums sind stark begrenzt. Was knapp und begehrt ist, ist zumeist auch teuer. Auch in Zukunft wird das Bundesland Tirol ein teures Pflaster sein.“

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