Der Rotstift beim Budget gefährdet zahlreiche Gesundheitsangebote an den Wohnorten. Das Land Salzburg überlässt die Kommunen plötzlich sich selbst. Dabei betrifft diese Einsparung beinahe jeden zweiten Ort im Bundesland. Die „Krone“ hat sich mit drei Ortschefs unterhalten, wie es nun weitergeht.
Für Rückenfit, Senioren Yoga, Demenzberatung und Co wird es in Salzburg ab heuer schwierig. Das Land hat kürzlich einfach still und heimlich die Förderung für die „Gesunde Gemeinde“ abgedreht – und trifft damit zeitgleich 49 Orte, die hier mit dabei sind.
„Mich hat das sehr gewundert. Wir wurden darüber vom Land selbst nicht informiert“, ärgert sich Gollings Bürgermeister Martin Dietrich (SPÖ). Erst durch Avos, Umsetzer der „Gesunde Gemeinde“, habe er davon erfahren – zwei Wochen nach seiner Unterschrift auf der Vereinbarung für 2026.
Es ist seltsam, frustrierend und verärgernd. Wenn wir wissen, wie wieder Fördergelder fließen, lassen wir das wieder aufleben.

Martin Dietrich, Bürgermeister Golling
Bild: Markus Tschepp
„Ich war am Anfang schon etwas schockiert“
Als „sehr schade“ bezeichnet diese Einsparung Hollersbachs Ortschefin Sieglinde Islitzer-Lerch (ÖVP): „Damit habe ich nicht gerechnet und war anfangs schon etwas schockiert.“ Sie hofft, dass sich seitens der Landesregierung bald wieder etwas ergeben wird.
Wir machen jetzt erst einmal weiter. Für heuer sind unsere Maßnahmen ja auch in unserem Gemeindebudget einkalkuliert.

Sieglinde Islitzer-Lerch, Ortschefin Hollersbach
Bild: Kerstin Jönsson
Schwieriger wird es ohne Budget auch in Zederhaus: „Wir möchten das weiterbetreiben, aber die persönliche Betreuung durch Avos fehlt uns schon“, sagt ÖVP-Bürgermeister Thomas Kößler.
Vor ein paar Jahren ist ein Zuschuss weggefallen, jetzt die Betreuung. Das ist dem Rotstift des Landes Salzburg geschuldet.

Thomas Kößler, Bürgermeister Zederhaus
Bild: Roland Holitzky
Gestrichen wurde die Förderung wegen einer „strategischen Neuausrichtung mit einer stärkeren Verankerung vor Ort und mehr Eigenverantwortung in den Gemeinden“, wie eine Anfragebeantwortung im Landtag ergeben hat. Im vergangenen Jahr standen dafür gesamt 90.000 Euro zur Verfügung.
Einig sind sich die drei Bürgermeister, dass sie ihre Ortsschilder mit dem Zusatz „Gesunde Gemeinde“ trotzdem hängen lassen. Diese zu bekommen, sei harte Arbeit gewesen.
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