In drei Wochen ist Wien wieder das Zentrum der internationalen Musikunterhaltung. Täglich werden dann Zehntausende Besucher durch die Stadt strömen und dabei das Öffi-Netz fordern. Der Eurovision Song Contest im Mai wird zum Stresstest. Doch sind die Wiener Linien schon gerüstet dafür?
Schon in weniger als drei Wochen ist Europa wieder zu Gast bei uns in Wien. Nämlich dann, wenn der Eurovision Song Contest vom 10. bis 17. Mai 2026 die ganze Stadt in Beschlag nimmt. Zigtausende Menschen reisen dafür an, die entweder ein Ticket für eine der Shows ergattern konnten, oder an den zahlreichen Veranstaltungen rund um den größten TV-Musikwettbewerb teilnehmen wollen. Für die Wiener Linien wird das Spektakel aber zur großen Herausforderung.
Die Stadthalle, Austragungsort aller neun Shows, liegt direkt an der U6 (Station Burggasse-Stadthalle) und der U3 (Station Schweglerstraße). Das Eurovision Village am Rathausplatz erreicht man mit den Straßenbahnlinien 1, 71 oder D sowie der U2. Die violette Linie soll sowieso zur „Song-Contest-Linie“ werden.
„Wir können Großevents und freuen uns schon darauf“
Die Vorbereitungen darauf laufen schon lange auf Hochtouren – schließlich soll dabei nichts schiefgehen. „Wir bei den Wiener Linien können Großevents und wir freuen uns auch schon darauf“, sagte Wiener Linien-Chefin Alexandra Reinagl am Montag, am Rande ihrer Jahresbilanz-Pressekonferenz.
Um den Massenansturm zu bewältigen, werden die U-Bahnen in einem dichteren Intervall unterwegs sein. Im Bereich des Austragungsortes sollen die Straßenbahnlinien 6,18 und 49 anlassbezogen verlängert werden.
Ringsperre wird für Verkehrsstaus sorgen
Das Herzstück für alle ohne Stadthallen-Ticket ist aber ohnehin das Eurovision Village am Rathausplatz. Bei freiem Eintritt wird es dort täglich ab 14 Uhr Konzerte mit ESC-Acts geben, Gastronomie aus ganz Europa und Public Viewings auf 15 Screens für insgesamt 30.000 Fans. Für diese drei Shows werden sogar Teile des Rings gesperrt. Fix ist: Es wird zu massiven Verkehrseinschränkungen kommen.
Die U2 wird zur Song-Contest-Linie und verbindet zentrale Hotspots wie Rathaus (Eurovision Village), Praterstern (EuroClub) und Karlsplatz (Eurofan House Wien Museum und die „WL x ESC-Bim“-Events). Die „WL x ESC Party-Bim“ auf der Linie 49 soll dann ein besonderes Highlight werden und als rollende Bühne zwischen Volkstheater und Stadthalle in der Woche des ESC unterwegs sein. Dazu sind Auftritte von U-Bahn-Stars im Öffi-Netz und am Event-Hotspot Karlsplatz geplant.
Wird es für das Wiener-Linien-Fahrpersonal in dem Zeitraum auch eine Urlaubssperre geben? Dazu sei Reinagl nichts bekannt. Es gebe auch so genug Mitarbeiter, die freiwillig Überstunden leisten.
Dass die Öffis auch 2025 das bevorzugte Verkehrsmittel der Menschen in Wien war, zeigen auch die am Montag präsentierten Zahlen. Insgesamt waren 903 Millionen Fahrgäste unterwegs. Im Schnitt nutzen täglich 2,47 Millionen Fahrgäste U-Bahn, Bus und Bim – das sind 3 Prozent mehr als noch 2024.
Zahl der Jahreskarten bleibt vorerst stabil
Erste Berechnungen würden außerdem zeigen, dass trotz der höheren Preise, die Zahl der Jahreskartenbesitzer vorerst nicht gesunken ist. So gab es zwar im November 2025 eine erhöhte Anzahl an Kündigungen von Jahreskarten, dafür noch im November und Dezember auch eine erhöhte Zahl von Neuabschlüssen.
Im Jänner 2026 gab es trotz der Preiserhöhung 1,4 Prozent mehr Jahreskartenkunden als im November 2025. Der Trend setzt sich auch im neuen Jahr fort, betonte Wiener Linien-Geschäftsführerin Reinagl. Besonders im Februar habe es sehr viele Neubestellungen gegeben. Der Grund: das günstige Semesterticket für Studenten wurde ebenso abgeschafft. Jungakademiker müssen sich seither die Jahreskarte Jugend um 300 Euro besorgen. Zum Schluss dann noch eine negative Nachricht: Reinagl kann „leider noch kein Aus bei den Baustellen“ geben. Der kommende Sommer wird also wieder heftig werden.
Schwitzen wegen Öffi-Baustellen
Auch dieses Jahr wird bei den Wiener Linien nämlich wieder gebaut, was das Zeug hält. Mit negativen Auswirkungen auf die Fahrgäste:
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