Wollen sicheren Seeweg

Europäer planen eigene Hormuz-Mission ohne USA

Außenpolitik
15.04.2026 11:04

US-Präsident Donald Trump hat sehr deutlich gemacht, dass ihm seine europäischen Verbündeten im Iran-Krieg zur Seite stehen sollen. Die Europäer haben jetzt aber ganz andere Pläne: Man arbeitet offenbar an einer eigenen Mission in der Straße von Hormuz – und zwar ohne die USA.

Mehrere europäische Länder schmieden einen gemeinsamen Plan: Nach dem Ende des Iran-Kriegs wollen sie die freie Schifffahrt in der strategisch wichtigen Straße von Hormuz sichern. Die Europäer planen den Einsatz von Minenräumbooten und Kriegsschiffen in der Region, wie mehrere Medien unter Berufung auf einen Bericht des „Wall Street Journals“ berichten. Die Mission soll allerdings erst nach Kriegsende starten.

Brisant ist, dass die USA nicht Teil dieser Mission sein sollen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte am Dienstag, dass die kriegsführenden Länder nicht beteiligt sein werden – das wären die USA, Israel und der Iran. Eingeweihte Insider betonen, dass europäische Schiffe nicht unter amerikanischem Kommando stehen würden.

Die Straße von Hormuz

  • Die Straße von Hormuz gilt als eine der wichtigsten Routen der Seefahrt weltweit. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs wird durch die Passage transportiert.
  • Nach Beginn des Kriegs hat der Iran die Meerenge praktisch blockiert. In der Folge sind Preise für Öl, Gas & Co. deutlich gestiegen.
  • Seit Montagnachmittag setzen die USA eine Seeblockade gegen iranische Häfen in der Straße von Hormuz durch.

Treffen schon diese Woche
Am kommenden Freitag planen Macron und der britische Premierminister Keir Starmer offenbar ein Online-Treffen zu ihrem Vorhaben. Starmer reise persönlich nach Paris, während Vertreter dutzender Länder per Video zugeschaltet werden. Welche Länder genau dabei sind, geht aus den Berichten nicht hervor.

Der britische Premierminister Keir Starmer (links) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ...
Der britische Premierminister Keir Starmer (links) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (rechts)(Bild: AP/Justin Tallis)

Insider: Deutschland will mitmachen
Laut einem hochrangigen deutschen Beamten will sich aber Deutschland an der Mission beteiligen und könnte sogar schon am Donnerstag zusagen. China und Indien sollen offenbar ebenfalls zu dem Treffen eingeladen sein, ob sie daran teilnehmen wollen, ist noch unklar. In den USA flatterte laut dem Bericht des „Wall Street Journals“ aber keine Einladung ins Weiße Haus.

Die Koalition will sich auch mit Staaten wie dem Oman oder dem Iran abstimmen, die rund um die Meerenge liegen, wie der französische Außenminister Jean-Noël Barrot sagte. Das könnte heißen, dass die Mission nur mit der Zustimmung des Iran stattfinden wird.

Europäer uneinig über Rolle der USA
Macron stellte zwar klar, dass die USA nicht Teil des Vorhabens sein werden, doch nicht alle in Europa teilen seine Meinung. Britische Beamte sorgen sich etwa, dass ein Ausschluss seines Landes Trump verärgern und die Hormuz-Mission einschränken könnte. Französische Diplomaten befürchten wiederum, dass man im Iran auf Widerstand stoßen würde, wenn die USA mit an Bord seien.

Klar ist: Trump wünscht sich seit Wochen mehr Engagament der Europäer im Krieg. Ob dem US-Präsidenten allerdings die europäische Variante des Engagements in der Straße von Hormuz gefallen wird, ist fraglich.

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