45 Prozent der Österreicher sind über die Abwahl des ungarischen Regierungschefs Viktor Orbán erfreut, nur 16 Prozent enttäuscht. Als Gewinner werden EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gesehen, als Verlierer Wladimir Putin und FPÖ-Chef Herbert Kickl.
Mit Blick auf Europa und die Wirtschaft sind nach dem Wahlergebnis in Budapest die Erwartungen positiv – an ein rascheres Ende des Ukrainekriegs glauben aber eher wenige, zeigt eine market-Umfrage. Hierfür wurden am 13. und 14. April 1000 Über-16-Jährige online befragt. Die am Mittwoch veröffentlichten Ergebnisse zeigen: Enttäuschung über den Wahlausgang in Ungarn gibt es wenig überraschend vor allem im FPÖ-Lager, allerdings hält sie sich auch dort in Grenzen. So trauern 35 Prozent der FPÖ-Affinen Orbán nach, aber 19 Prozent goutieren die Fidesz-Wahlschlappe.
Mehrheit glaubt, dass vieles besser wird
54 Prozent der Befragten erwarten, dass sich die Zusammenarbeit mit Ungarn innerhalb der EU verbessern wird, 43 Prozent rechnen mit einem stärkeren Zusammenhalt in Europa. 40 bzw. 39 Prozent glauben, dass sich die Lebensqualität für die ungarische Bevölkerung sowie die Wirtschaftsleistung des Landes zum Positiven wenden werden. 37 Prozent erwarten mehr Zusammenarbeit ungarischer Betriebe mit der österreichischen Wirtschaft und für 29 Prozent wird Ungarn als Reiseziel wieder interessant. Der Anteil jener, die in diesen Punkten Verschlechterungen erwarten, lag jeweils nur zwischen sieben und 13 Prozent, der Rest war unentschieden oder gab keine Antwort.
Weniger optimistisch waren die Befragten hinsichtlich des Ukrainekrieges: 14 Prozent gehen davon aus, dass sich die Aussichten auf ein Ende desselben verbessert haben, 16 Prozent, dass sie schlechter geworden sind. Die anderen waren unentschieden oder hatten keine Meinung.
Profiteure und Verlierer am politischen Parkett
46 Prozent sehen von der Leyen als große Profiteurin des Wahlergebnisses, 43 Prozent Selenskyj. Auch der deutsche Kanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron sowie österreichische Spitzenpolitiker – Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos) – sind für 23 bis 31 Prozent der Befragten gestärkt worden. Dass den Genannten das Wahlergebnis schaden könnte, hielten nur jeweils zwischen fünf und neun Prozent für möglich.
Der größte Verlierer der Ungarn-Wahl ist nach Ansicht der Österreicher der russische Präsident Putin, den 43 Prozent dadurch geschwächt sehen. Auch Kickl (37 Prozent), US-Präsident Donald Trump und sein Vize JD Vance (34 bzw. 31 Prozent) werden als Verlierer des ungarischen Urnengangs erachtet. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sehen ebenfalls 21 Prozent auf der Verliererseite. Aufwind für diese Gruppe durch das Ungarn-Ergebnis erwarten hingegen nur zwischen fünf und sieben Prozent.
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