Verwertung gescheitert

Signa: Postsparkasse-Gesellschaft nun auch pleite

Wirtschaft
13.04.2026 18:23

René Benkos marodes Signa-Konstrukt fordert ein weiteres Opfer: Die Betreibergesellschaft des Postsparkasse-Gebäudes in der Wiener Innenstadt hat Insolvenz angemeldet. Zuvor hatte man noch vergeblich versucht, das Gebäude zu verwerten. 

Mit der Georg-Coch-Platz Immobilien GmbH & GmbH OG hat am Montag ein weiteres Unternehmen der Signa-Gruppe Konkurs angemeldet. Bei der Gesellschaft handelt es sich um die Eigentümerin der nach Plänen von Otto Wagner errichteten Immobilie Postsparkasse am Georg-Coch-Platz 2 im ersten Wiener Bezirk. Laut dem KSV 1870 ist davon auszugehen, dass das Handelsgericht Wien das Konkursverfahren zeitnah eröffnen wird.

Tochtergesellschaft der insolventen Signa Prime
Bei der Projektgesellschaft handelt es sich um eine mittelbare Tochtergesellschaft der Signa Prime Selection AG bzw. der Signa Prime Capital Invest GmbH, die ebenfalls in Konkurs sind. Aber auch über das Vermögen der Georg-Coch-Platz Beteiligungs GmbH als unbeschränkt haftende Gesellschafterin ist ein Konkursverfahren anhängig.

In den vergangenen Monaten bemühte man sich gemeinsam mit den Insolvenzverwaltern der drei Gesellschaften, die Immobilie ohne Insolvenzverfahren zu verwerten. „Da die außergerichtliche Verwertung bislang nicht finalisiert werden konnte, musste die Schuldnerin nunmehr den Insolvenzweg beschreiten und erfolgt die Verwertung nunmehr im Rahmen des noch zu eröffnenden Insolvenzverfahrens“, merkte Jürgen Gebauer vom KSV1870 an. Die Gesamtverbindlichkeiten werden mit rund 253 Millionen Euro beziffert.

Signa-Deals rund um Jugendstil-Juwel
Benko hatte die Postsparkasse 2013 erworben, zu diesem Zeitpunkt hatte die Bawag PSK ihren Sitz in dem Gebäude. Sechs Jahre später übersiedelte diese dann in den Gebäudekomplex The Icon Vienna beim Hauptbahnhof, welcher ebenfalls von der Signa errichtet worden war. 

Die Geschäfte rund um das historische Gebäude hat allerdings wie so vieles in Benkos Universum ein „Geschmäckle“: So kritisierte der Rechnungshof Ende März 2026, dass der ehemalige BIG-Geschäftsführer zwei Jagdeinladungen vom damaligen Signa-Geschäftsführer Christoph Stadlhuber nicht gemeldet hatte. Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) hatte 2019 einen Baurechtsvertrag von der Signa erworben. 

Im Prüfbericht des Rechnungshofs hieß es, dass die genauen Umstände für die „Anbahnung des Baurechtsvertrages“ auf 99 Jahre offen waren. Benko konnte aufgrund dieses Deals mutmaßlich weitere Kredite für sein Signa-Konstrukt aufnehmen. Denn die BIG gilt als vertrauenswürdiger Partner mit hoher Bonität. Die BIG betonte in einer Reaktion, man nehme die RH-Kritik selbstverständlich ernst. Der damalige Geschäftsführer hatte die Jagdeinladungen übrigens abgelehnt. 

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