Sah per Livestream zu

Mann soll für Missbrauch von Mädchen bezahlt haben

Ausland
13.04.2026 15:28
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein Deutscher (53) soll jahrelang für den sexuellen Missbrauch eines Mädchens auf den Philippinen bezahlt haben. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft ihm vor, die Taten bei der Mutter in Auftrag gegeben zu haben. Anschließend habe er die Handlungen per Livestream  angeleitet und mitverfolgt.

Nach bisherigen Erkenntnissen dauerte der Missbrauch von 2019 bis 2022. Zu diesem Zeitpunkt war das Mädchen zwischen acht und elf Jahre alt. Der heute 53-Jährige aus Mittelfranken soll über einen Messenger-Dienst Kontakt zu der Mutter aufgenommen haben. Für geringe Geldbeträge sollte diese ihre Tochter bei sexuellen Handlungen filmen und fotografieren. Später habe der Deutsche das Kind auch direkt zu sexuellen Handlungen aufgefordert, hieß es.

Insgesamt 74 solcher Missbrauchsfälle werden dem Deutschen angelastet.  In zwei Fällen soll er bei den Taten per Livestream zugesehen haben. Überwiegend habe ihm die Mutter die Videos und Fotos danach zur Verfügung gestellt. In einem weiteren Fall soll der Mann laut Anklage auf die Philippinen gereist sein, um das Mädchen dort vor Ort selbst schwer sexuell zu missbrauchen. In zwei weiteren Fällen wirft ihm die Behörde vor, Fotos an einen Briten und an einen US-Amerikaner geschickt zu haben, „verbunden mit dem Hinweis, er könne ein Treffen auf den Philippinen arrangieren“.

Weitere Opfer möglich
Aufmerksam auf den Fall wurde die Kriminalpolizei Erlangen durch Umwege: Eine Hilfsorganisation auf den Philippinen hatte australische Behörden informiert, auch das Bundeskriminalamt war involviert. Nach Ermittlungen wurde der Verdächtige im Mai 2025 festgenommen. In seiner Wohnung wurden Handys mit Aufnahmen von sexuellem Missbrauch von Kindern entdeckt.

Weitere Opfer seien möglich, hieß es. Sowohl in Deutschland als auch auf den Philippinen werde noch ermittelt. Der 53-Jährige sitzt in Untersuchungshaft. Gegen ihn wurde jetzt in Deutschland Anklage erhoben. Die Zentralstelle Cybercrime Bayern spricht vom internationalen Kriminalitätsphänomen des „Live-Streamings“. Der Missbrauch Minderjähriger werde meist in wirtschaftlich schwachen Ländern durchgeführt, die Täter stammten in der Regel aus westlichen Ländern, teilte die Behörde mit.

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