Gespräche mit Experten

Wal-Drama: Jetzt schaltet sich Bundespräsident ein

Ausland
13.04.2026 14:16
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Causa „Timmy“ erreicht nun auch die Bundespolitik: Das deutsche Staatsoberhaupt Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat angekündigt, sich am Donnerstag mit Fachleuten im Ozeaneum Stralsund über die aktuelle Lage des Buckelwals zu informieren. Indes wird „Timmy“ weiterhin „palliativ“ beim Sterben begleitet.

Nachdem am Freitag der Multimillionär und MediaMarkt-Gründer Walter Gunz seine finanzielle Unterstützung zur Rettung des Wals zugesagt hatte, will sich nun auch das deutsche Staatsoberhaupt ein Bild vom Schicksal „Timmys“ machen, wie die „Bild“ berichtet.

Der Besuch von Steinmeier wurde jedoch nicht eigens für den Buckelwal geplant, sondern war bereits länger angesetzt. Nach dem großen Interesse im ganzen Land und darüber hinaus soll das Schicksal des Wals dennoch ein Programmpunkt während der drei Tage vor Ort sein. Steinmeier trifft sich dazu mit Fachleuten des Ozeaneum Stralsund, um sich über den aktuellen Stand zu informieren.

Der Wal befindet sich seit rund 14 Tagen in der Bucht vor der Insel Poel im deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Das Ozeaneum gehört zur Stiftung Deutsches Meeresmuseum, deren Expertinnen und Experten die Lage sowie den Gesundheitszustand des Wals regelmäßig einschätzen und auch ein Gutachten zu „Timmy“ erstellt haben.

„Timmy“ krank und zu geschwächt
Fachleute setzten alles daran, den Buckelwal zu retten – jedoch ohne Erfolg. Die Chancen auf eine Rettung wurden von Beginn an als sehr gering eingeschätzt, da „Timmy“ krank und stark geschwächt sei. Zwischenzeitlich konnte sich das Tier noch einmal freischwimmen, strandete jedoch kurz darauf erneut. Fachleute gehen daher davon aus, dass auch eine weitere Rettung nur kurzfristig Wirkung hätte. Es gilt als wahrscheinlich, dass der Wal in einem solchen Fall erneut stranden würde.

Der Wal zeigte zuletzt nur noch schwache Aktivitäten in Form von Wasserfontänen und leichten ...
Der Wal zeigte zuletzt nur noch schwache Aktivitäten in Form von Wasserfontänen und leichten Bewegungen.(Bild: AP/Michael Probst)

Zuletzt zeigte sich der Buckelwal immer wieder in leichter Aktivität, etwa durch das Schlagen der Schwanzflossen, kurze Drehungen oder das Austreten einer Wasserfontäne. Fachleute werten diese Beobachtungen jedoch nicht als Zeichen einer Besserung, da der Sterbeprozess eines so großen Meeressäugetiers über einen längeren Zeitraum verlaufen kann. Auch ein spontaner Mobilisierungsversuch am Samstag, bei dem unter Wasser die eigenen Walgesänge des Tieres abgespielt wurden, blieb ohne Reaktion.

Vergleich mit einem Hospiz
Umweltminister Till Backhaus (SPD) hatte die Ansuchen von Walter Gunz und weiteren Beteiligten, den Buckelwal zu retten, in Absprache mit Fachleuten abgelehnt. Jede weitere Rettungsmaßnahme würde das Tier zusätzlich belasten. Oberste Priorität sei nun, dem Wal ein ruhiges Sterben zu ermöglichen. Diese Entscheidung sei bereits am vergangenen Dienstag getroffen worden. Backhaus zog dabei einen Vergleich mit einem Hospiz: Der Wal werde „palliativ begleitet“, also befeuchtet, überwacht und geschützt, aber nicht mehr aktiv behandelt oder gerettet, sagte er gegenüber der „Bild“-Zeitung.

Die Reaktionen darauf fallen gemischt aus: Während die einen die Entscheidung als Umgang mit einem natürlichen Verlauf sehen, fordern andere, dass jede Möglichkeit zur Rettung des Buckelwals ausgeschöpft werden solle. Am Wochenende hatten sich einige Demonstranten vor Ort zusammengefunden und sich für die Rettung des Wals ausgesprochen. 

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