Niederösterreich verzeichnet von allen Bundesländern die größte Zunahme an Arbeitslosen. Sorgenkind Nummer 1 bleibt die Industrie, aber auch die Bauwirtschaft schwächelt wieder.
Eine Erfolgsserie sieht anders aus. Seit nunmehr 37 Monaten in Folge steigt die Arbeitslosigkeit in Niederösterreich an. Mittlerweile sind 43.942 Menschen als arbeitslos gemeldet. Rechnet man jene in Schulungen dazu, befinden sich hier derzeit 54.422 Personen auf Job-Suche.
4,9 Prozent mehr Arbeitslose
Trotz Krisen hat Niederösterreich in der AMS-Bilanz lange Zeit besser als die anderen Bundesländer abgeschnitten. Jetzt hat sich das Blatt gewendet. Mit einem Plus von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet das weite Land den höchsten Anstieg der Arbeitslosenzahl und nimmt den unrühmlichen Spitzenplatz ein. Österreichweit beträgt dieser Wert nämlich nur 1,9 Prozent.
Negativer Nachholeffekt
„Seit Herbst schlägt auch hier die Krise in der Industrie durch“, analysiert AMS-Expertin Martina Fischlmayr die Ursache. Das sei gegenüber anderen Regionen Österreichs ein negativer Nachholeffekt. Mehr als 4900 ehemalige Industriebeschäftigte gehen zur Zeit in NÖ stempeln. „Das sind 11,3 Prozent aller Arbeitslosen im Land“, betont Fischlmayr. Was in der AMS-Statistik noch auffällt: Nachdem im Frühjahr die Arbeitslosigkeit in der Baubranche zunächst wie gewohnt gesunken ist, steigt sie jetzt wieder – mit einem Plus von 3,1 Prozent zwar nur leicht, aber doch.
Frauen trifft‘s härter
Aufgrund der kontinuierlichen Erhöhung des Pensionsalters schlittern auch mehr Frauen in die Arbeitslosigkeit. In der Altersklasse 50+ sind derzeit um über zehn Prozent mehr Frauen ohne Job als vor einem Jahr. Bei den Männern sind es nur 3,1 Prozent. „Die Lage ist aber für Betroffene nicht hoffnungslos“, sagt Fischlmayr. Ältere brauchen mit durchschnittlich 117 Tagen nur etwas länger, um ins Berufsleben zurückzukehren, Jüngere schaffen das in knapp 95 Tagen.
In einem Punkt besser
Apropos Dauer der Job-Suche: Bei der Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit gibt es einen kleinen Lichtblick. Denn in diesem Bereich schneidet Niederösterreich besser ab als der Bundesschnitt. Der Anstieg gegenüber 2025 betrug hier 16,1 Prozent, österreichweit hingegen 24,4 Prozent.
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