Politologe vergleicht

„Anti-EU“ reicht nicht: Lehren aus Orbáns Absturz

Innenpolitik
13.04.2026 15:35

Die FPÖ verliert mit der Abwahl von Ungarns Premierminister Viktor Orbán ihren wichtigsten Verbündeten und großes Vorbild. „Machen wir es wie Orbán“, war die Parole von Parteichef Herbert Kickl. Gemeinsam hat man die Rechtsfraktion im EU-Parlament gegründet. Nun müssen die Blauen neue Verbündete suchen.

Die FPÖ sollte zumindest eine Lehre aus der Abwahl ihres ungarischen Freundes ziehen. Die krachende Niederlage Orbáns zeige, dass die alleinige Anti-EU-Haltung nicht mehr ausreicht, um Wahlen zu gewinnen, sagt Politologe Peter Filzmaier im Gespräch mit der „Krone“. Die FPÖ werde ihre Strategie anpassen müssen.

Trump kommt bei vielen FPÖ-Wählern schlecht an
Auch eine bedingungslose Unterstützung für US-Präsident Donald Trump wird nicht gutgeheißen. Das ist angesichts des wirtschaftlichen Schadens, der durch den Iran-Krieg entstanden ist, kein Wunder. Dass sogar US-Vizepräsident JD Vance kurz vor dem Urnengang Ungarn besucht hat, hat offensichtlich nicht geholfen.

Unterstützung aus den USA hat nichts gebracht.
Unterstützung aus den USA hat nichts gebracht.(Bild: AFP/JONATHAN ERNST)

Die FPÖ-Wähler sind bei Trump gespalten, sagt Politikberater Thomas Hofer. Sie seien an sich gegen die Kriegstreiberei. Das sieht auch Filzmaier so. Beim russischen Präsidenten Wladimir Putin sei die Sache etwas anders gelagert, diese sei aber auch nicht so sprunghaft wie Trump, erläutert er.

FPÖ und die Fidesz haben 2024 eine „Wiener Erklärung“ verfasst.
FPÖ und die Fidesz haben 2024 eine „Wiener Erklärung“ verfasst.(Bild: FPÖ)

Bemerkenswert ist, dass die FPÖ die EU und wegen Regelverstößen zurückgehaltene EU-Gelder für Ungarn als Grund für den Wahlausgang nennt. Diese Argumentation ist für beide Analysten nicht haltbar, denn Péter Magyar unterscheidet sich von Orbán in erster Linie durch seine konstruktive Haltung gegenüber der Union. Bei Migration und anderen Themen wie dem russischen Gas fährt er die gleiche Linie.

„Die FPÖ sieht sich gezwungen, ihre Vorbilder zu überdenken, da Orbáns Anti-EU-Kurs nicht den erhofften Erfolg brachte“, so Filzmaier. Die Partei werde sich jetzt verstärkt an Figuren wie Marine Le Pen in Frankreich orientieren, was eine strategische Neuausrichtung nach Westen bedeute. Sehr wichtig werden auch die US-Zwischenwahlen im November sein, dorthin werde die FPÖ gebahnt schauen, so Hofer.

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