Weil der Papst sich gegen Kriege von Donald Trump ausgesprochen hatte, hat er sich den Unmut des US-Präsidenten auf sich gezogen. Trump schrieb, dieser sollte „dankbar“ sein, da er nur Papst geworden sei, weil er US-Amerikaner sei – damit man besser mit Trump umgehen könne. Der Pontifex reagierte gelassen: Er habe „keine Angst“ vor der US-Regierung.
Es handelt sich um eine außergewöhnliche Attake gegen des das Oberhaupt der Katholischen Kirche, Papst Leo XIV.: „Wenn ich nicht im Weißen Haus wäre, wäre Leo nicht im Vatikan“, behauptete Trump, der sich häufig bei seiner Politik auf den christlichen Glauben bezieht.
Der US-Präsident schrieb weiter, er wolle keinen Papst, der es in Ordnung finde, dass der Iran eine Atomwaffe besitze. Er wolle keinen Papst, der denke, dass es schrecklich sei, dass die USA Venezuela angegriffen hätten.
Trump sieht sich offenbar selbst als Erlöser, wie er mit einem KI-generierten Bild auf seiner Plattform Truth Social demonstriert:
Trump reagiert auf Predigt des Papstes
Trumps heftige Kritik folgt auf eine Predigt des Papstes am Samstag, in der dieser ein Ende von Kriegen gefordert hatte. „Schluss mit dem Krieg!“, hatte das Oberhaupt von weltweit etwa 1,4 Milliarden Katholiken bei einem großen Friedensgebet im Petersdom in Rom gesagt. An die Regierenden richtete der Papst in seiner Predigt einen direkten Appell: „Haltet ein! Es ist Zeit für den Frieden!“ Der Pontifex sprach von „Allmachtsfantasien, die um uns herum immer unberechenbarer und aggressiver werden“.
Papst: „Ich bin kein Politiker“
Papst Leo XIV. wies am Montag die Kritik Trumps zurück. „Was ich sage, ist keineswegs als Angriff auf irgendjemanden gemeint“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche auf dem Flug nach Algerien, der ersten Station einer Afrika-Reise. „Ich bin kein Politiker. Ich lade alle Menschen dazu ein, Brücken für Frieden und Versöhnung zu bauen und nach Wegen zu suchen, um Krieg zu vermeiden.“ Zugleich betonte Leo: „Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung.“
Leo will „weitermachen“
„Die Botschaft des Evangeliums ist ganz klar: ,Selig sind die Friedfertigen.‘ Ich werde mich nicht scheuen, die Botschaft des Evangeliums zu verkünden. Meine Botschaft auf eine Stufe mit dem zu stellen, was der Präsident hier zu tun versucht, bedeutet, die Botschaft des Evangeliums nicht zu verstehen. Und es tut mir leid, das zu hören, aber ich werde weitermachen mit dem, was ich für die Mission der Kirche halte“, sagte der Papst an Bord des Flugzeugs.
US-Bischof bestürzt über „abfällige Worte“
Der US-Bischofskonferenz-Vorsitzende Paul S. Coakley verurteilte die Verbalattacke Trumps. „Ich bin bestürzt darüber, dass der Präsident derart abfällige Worte über den Heiligen Vater gewählt hat.“ Der Papst sei weder ein Gegner des US-Präsidenten noch ein Politiker. „Er ist der Stellvertreter Christi, der aus der Wahrheit des Evangeliums spricht und für das Heil der Seelen eintritt“, so der Erzbischof von Oklahoma City.
Der Jesuit Antonio Spadaro von der Spitze der Kulturbehörde des Vatikans, schrieb Montagfrüh in Sozialen Medien: „Wenn politische Macht eine moralische Stimme attackiert, dann liegt es oft daran, dass sie diese Stimme nicht in ihre Schranken weisen kann.“ Die Attacke sei eine Deklaration der Ohnmacht. „Weil sie nicht in der Lage ist, diese Stimme ungehört zu machen, versucht die Macht, sie zu delegitimieren. Aber indem sie das tut, erkennt sie indirekt ihr Gewicht an“, erklärte der Vatikan-Offizielle.
Am 28. Februar hatten die USA und Israel den Iran angegriffen, der seinerseits mit Gegenangriffen reagierte. Derzeit gilt eine Waffenruhe.
Zuletzt hatten sich die Friedensappelle des sonst zurückhaltenden Papstes vor allem mit Blick auf den Iran-Krieg verschärft. Die harschen Drohungen von Trump gegen den Iran verurteilte Leo – der erste Papst aus den USA – ungewöhnlich scharf und nannte sie „wirklich inakzeptabel“.
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