Ist die Tatsache, dass ein Wald bereits länger von Ölförderungen „genutzt“ wird und auch Forstwirtschaft von einem bestehenden Wegenetz profitiert, ein Grund, dass auch noch Windräder ihre Berechtigung haben? Wir vergleichen mit einem ähnlichen Projekt – nur ohne fossilie Nutzung.
Vier Anlagen mit jeweils fast 200 Meter Höhe will der Grundeigner im Hochleithenwald aufstellen. Wie berichtet, gibt es vor allem in nahen Gemeinden, die nicht von dem angepriesenen günstigeren Stromtarif der Standortgemeine Groß Schweinbarth im Bezirk Mistelbach profitieren, Widerstand. „Was hier viele nicht wissen: Der Hochleithenwald wird schon Jahrzehnte forstwirtschaftlich genutzt“, argumentiert Martin Krill von der „Linaberg GmbH“, indem er den Begriff „unberührt“ aufgreift.
Intensive Nutzung bereits da: Öl, Gas und ein dichtes Wegenetz
„Der Wald wird neben der Forstwirtschaft schon lange für die Erdölförderung genutzt (siehe Grafik oben), viele Ölpumpen seien noch in Betrieb. „Verbunden sind sie durch teils asphaltierte Wege. Das erspart beim Errichten der Windräder, dass man intensive Schneisen in naturnahen Wald ,schlagen’ muss“, argumentiert der Sprecher der Betreiberfirma. Ebenso sei es ein Mythos, dass 40 Räder dazukämen: „Das würde die Stromableitung trotz neuer 110-kV-Leitung ,nicht packen´“, außerdem bräuchte man ein Ja der Gemeinde“.
Bringt ein anderes Vorhaben einen nächsten „Industriewald“?
Schauplatzwechsel vom nördlichen Marchfeld nach Kattau im Bezirk Horn. Da steigen viele der 170 Ortsbewohner sowie umliegender Gemeinden auf die Barrikaden: Sieben Windräder sind geplant – ebenfalls mit heikler Lage: im dortigen „Herrschaftswald“. Ebenso mit einer langen, neuen Kabeltrasse. „Der Naturschaden durch breite Schneisen wäre verheerend, denn auch viele geschützte Vogelarten haben hier ihre Ruhe“, so Aktivistin Angelika Starkl. Am 17. April gibt es daher um 18.30 Uhr im Gasthaus Rodingersdorf ein Treffen.
Und weiter dreht sich das Projekt-Rad mit dem Wind: In Pillichsdorf im Bezirk Mistelbach stimmte der Gemeiderat nun einer Verdichtung der sieben kleineren alten durch acht Großanlagen zu.
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