Valentino Rossi hat für 2027 noch zwei Motorräder in seinem Rennstall zu vergeben. Dabei könnte es zu einer Premiere kommen, die mit der italienischen Tradition bricht. Auch auf der Superbike-WM liegt ein Auge der MotoGP-Legende.
„Bist du sicher, dass du uns verlassen willst?“, hatte Valentino Rossi seinen Schützling Fabio Di Giannantonio nach dessen Sieg im letzten MotoGP-Rennen in Barcelona noch gefragt. Der Wechsel des langen Italieners, der in zweieinhalb Jahren im VR46-Rennstall schon sieben Podestplätze geholt hat, zu KTM scheint besiegelt.
Zwei Piloten benötigt
Auch das Aus von Franco Morbidelli ist wegen ausbleibender Spitzenresultate wohl unvermeidbar. Daher ist bei der Fahrersuche für 2027 bei Rossi Kreativität gefragt. Die Motorrad-Legende könnte mit einem Tabu brechen und mit dem Spanier Fermin Aldeguer erstmals in der MotoGP-Geschichte des Teams einen Nicht-Italiener verpflichten.
Bei der Besetzung des Zweit-Motorrads schielt man aktuell in die Superbike-WM. Dort holte Niccolo Bulega am Samstag in Aragon seinen 20. Sieg in Folge, schreibt dort gerade die Geschichtsbücher der MotoGP-Schwesternserie neu. Der 26-jährige Italiener durchlief Rossis Fahrer-Akademie, durfte in den Nachwuchsklassen einst sogar Valentinos legendäre Startnummer 46 tragen.
Beförderung für Superbike-Held?
Vor allem Ducati soll großes Interesse daran haben, Bulega in der MotoGP unterzubringen. Im Vorjahr durfte er in den letzten beiden Saisonrennen als Ersatz von Marc Marquez im Werksteam ran, holte dabei zwei WM-Punkte. „Er schickt mir regelmäßig Nachrichten und gratuliert immer, wenn ich ein Rennen gewinne“, verriet Bulega zuletzt der „Speedweek“ über seine Beziehung zu Rossi. Mit Celestino Vietti – derzeit Dritter der Moto2 – und Halbbruder Luca Marini gibt es aber zwei weitere aussichtsreiche Kandidaten auf den zweiten Platz im VR46-Team.
Der „Chef“ selbst ist an diesem Wochenende nicht in seinem einstigen „Wohnzimmer“ Mugello zu Gast, gibt stattdessen in der GT-WM in Monza im Cockpit Gas. Von der Rekord-Flut bekam er damit nur am Rande mit: Jorge Martin erzielte im Training mit 368,6 km/h die schnellste je in der MotoGP gemessene Geschwindigkeit, Marco Bezzecchi fuhr im Qualifying neuen Streckenrekord.
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