Risiko für Infektionen

Schaulustige nähern sich Wal „Timmy“ weiterhin

Ausland
01.06.2026 18:27
Porträt von krone.at
Von krone.at

Jeden Tag bläht sich der Kadaver des Wals „Timmy“ in Dänemark weiter auf. Im Inneren sammeln sich Verwesungsgase. Doch trotz der Warnungen nähern sich Schaulustige weiterhin dem Kadaver am Strand von Anholt.

Am Donnerstag soll das tote Tier planmäßig obduziert werden, damit feststeht, weshalb „Timmy“ verendet ist. Die Untersuchung soll direkt am Strand erfolgen. Allerdings ist unklar, ob der Kadaver nicht vorher platzen wird. „Man kann nicht genau sagen, wann so ein Tier platzt. Das hängt von vielen Faktoren ab, darunter auch der Außentemperatur oder dem Verwesungsgrad. Aber er wird platzen“, sagte Almut Neumeister vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund zur „Bild“.

Wenn der Fall eintritt, können Schaulustige getroffen werden. Der dänische Walforscher Peter Teglberg Madsen warnte im „Spiegel“ vor „kiloschweren Fleischbrocken“. Neumeister ergänzte, dass das Risiko von Infektionen mit der Verwesung steige.

Trotz mehrfacher Warnungen nähern sich immer wieder Schaulustige dem toten Tier.
Trotz mehrfacher Warnungen nähern sich immer wieder Schaulustige dem toten Tier.(Bild: Cover Media /glomex.com)

Infektionen würden „Leute treffen, die zuschauen“
Mögliche Krankheitserreger seien Influenza, Toxoplasmose (Infektionskrankheit, ausgelöst durch Parasiten) und Brucellose (Maltafieber). Diese Krankheiten gelangen durch menschliche Abwässer wie Fäkalien ins Meer. Dort nehmen sie dann Meerestiere auf. „Die Ärzte und Wissenschaftler haben Schutzkleidung. Es würde also eher Leute treffen, die da zuschauen“, sagte sie. Außerdem könnten Bakterien in den menschlichen Körper gelangen und im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung auslösen. 

Kadaver wird entgast
Für die Obduktion am kommenden Donnerstag liegt ein Protokoll vor. Zunächst soll „Timmy“ äußerlich untersucht werden, anschließend wollen sich Fachleute schrittweise ins Innere vorarbeiten. Der Kadaver soll mit einem Flensmesser, das im Walfang verwendet wird, entgast werden.

Wie berichtet, ist der Kadaver des Buckelwals Samstagfrüh an Land gebracht worden. Zuvor waren mehrere Versuche gescheitert. Die dänische Umweltbehörde rief die Menschen mehrmals dazu auf, sich dem toten Tier nicht zu nähern. Es bestehe Ansteckungsgefahr, hieß es. Mit Flatterband wurde auch eine Absperrung errichtet.

Am 1. Mai hatte eine private Initiative versucht, das gestrandete Tier von der Wismarer Bucht in Deutschland in Richtung Nordsee zu transportieren. Einen Tag später wurde der Wal freigelassen und kurz danach tot vor Anholt angeschwemmt.

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