Ein Laden mit großer Idee – und zu wenig Spielraum in Klagenfurt: Sophie Petschnig machte die „Kleine Freiheit Unverpackt“ zu einem Zentrum für Nachhaltigkeit. Trotz treuer Kundschaft und guter Nachfrage muss sie nun schließen. Ein Beispiel dafür, wie schwer es kleine Betriebe heute haben.
Die „Kleine Freiheit Unverpackt“ ist mehr als nur ein Geschäft: Als einziger Kärntner Unverpackt-Laden mit Vollsortiment und angeschlossenem Bistro machte Gründerin Sophie Petschnig seit 2022 Nachhaltigkeit im Alltag greifbar. Kunden wurden nicht nur versorgt, sondern Teil einer Idee. Der Laden entwickelte sich zu einem Ort des Austauschs.
Das Sortiment wuchs, dazu kamen Catering, Workshops und Kooperationen mit Schulen und Unternehmen – ein kleines Geschäft mit großer Wirkung. Beim „Krone“-Besuch wird die enge Bindung deutlich: Viele können das Aus kaum fassen.
Steigende Kosten und Familie
Doch die wirtschaftliche Realität setzt klare Grenzen. Steigende Energie- und Betriebskosten, höhere Personalausgaben und wenig Spielraum bei den Margen treffen vor allem kleine Betriebe hart. Trotz guter Nachfrage und treuer Stammkundschaft sieht sich Petschnig nun zum Aufgeben gezwungen. „Die Betriebskosten haben sich seit 2022 beinahe verdoppelt. Nach der Geburt meiner Tochter brauchte ich Unterstützung. Außerdem möchte ich für meine Familie da sein.“
Ich will nicht, dass hier ein weiterer Leerstand entsteht. Daher bin ich auch für Übernahmeideen offen. Der Verein bleibt ohnehin bestehen.
Geschäftsführerin Sophie Petschnig
Am 13. Mai schließt der Laden in der Radetzkystraße, bis dahin läuft ein großer Abverkauf. Auch der Standort wird zur Herausforderung: Zentrale Lagen mit mehr Laufkundschaft sind kaum leistbar, gleichzeitig schwächen Leerstände die Frequenz.
„Große Ketten können auf solche Entwicklungen reagieren, kleine Betriebe nicht“, so Petschnig. Die Folge ist ein schleichender Verlust an Vielfalt in den Innenstädten. Ihr Engagement für Nachhaltigkeit will sie dennoch fortsetzen – über ihren Verein und Veranstaltungen.
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