Zwei Todesopfer (31, 64) hatte der Felssturz von Steyr-Christkindl vor drei Jahren gefordert. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Steyr die Ermittlungen abgeschlossen und den Strafantrag eingebracht. Neben einem Geologen ist auch der Vater des getöteten 31-jährigen Junior-Firmenchefs angeklagt.
„Es war ein sehr umfangreicher Akt. Die ersten zehn Monate war gegen unbekannte Täter ermittelt worden. Außerdem waren mehrere Gutachten nötig, da hier sehr viel Fachexpertenwissen gefragt ist“, erklärt Andreas Pechatschek, Sprecher der Steyrer Staatsanwaltschaft, warum die Ermittlungen sich über drei Jahre zogen.
Falsche Methode und mangelhafte Planung
Jetzt gibt es einen „begründeten Strafantrag“, der dem Gericht übermittelt wurde. Der Vorwurf lautet auf fahrlässige Tötung, und der Strafrahmen beträgt bis zu zwei Jahre Haft – es gilt die Unschuldsvermutung. Angeklagt sind einerseits der Geologe (61), der die Gefährlichkeit des absturzgefährdeten Mega-Felsens beurteilt hatte, und der Senior-Chef (59) jener Kärntner Firma, die das Gestein abtragen sollte.
Es wird ihnen vorgeworfen, für die Sanierungsmaßnahmen eine nicht fachgerechte Methode gewählt zu haben, beziehungsweise „als fachkundiger Ersteller der Ausschreibung vor Beginn der Abtragsarbeiten keine klare Planung der Abtragsmethoden und -arbeiten verlangt zu haben, die es ermöglicht hätte, das ausführende Unternehmen hinreichend vor der vorliegenden Gefahrensituation zu warnen“.
Leichen lagen eine Woche unter Schutt begraben
Die Beseitigung der Gefahr war vom Steyrer Magistrat in Auftrag gegeben worden, nachdem ein Jahr vor dem Unglück bereits ein 40 Kubikmeter großer Felsen ausgebrochen war und fünf Häuser in der „Absturzbahn“ behördlich gesperrt waren.
Die Suche nach einer Firma, die sich zutraut, die Arbeiten zu übernehmen, war lange erfolglos geblieben, erst das Kärntner Unternehmen hatte zugestimmt. Bei ersten Arbeiten war der 400 Kubikmeter große Konglomeratfelsen plötzlich ausgebrochen, hatte den Bagger, der darunter stand, mitgerissen, den Juniorchef und einen Angestellten getötet. Erst nach einer Woche konnten die beiden Leichen geborgen werden.
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