Mit viel Ehrenamt

„Sorgende Gemeinschaft“ Teil der Pflegestrategie

Oberösterreich
27.05.2026 15:30
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Die Menschen werden immer älter und was an sich gut klingt, bringt unsere Gesellschaft und die Politik an die Grenzen. Denn mit dem Alter steigen auch die Herausforderungen und die Kosten in der Pflege. In Oberösterreich will man nun mit lokalen Netzwerken neue Möglichkeiten schaffen.

„Wir wollen auch in Zukunft eine gute Pflege sicherstellen, die bedarfsgerecht ist, für den Einzelnen leistbar bleibt und gleichzeitig von der öffentlichen Hand finanziert werden kann. Dieses Ziel erreichen wir nur, wenn professionelle Angebote, familiäre Unterstützung, koordiniertes Ehrenamt und persönliches Engagement miteinander wirken“, sagt Soziallandesrat Christian Dörfel.

Und weil Menschen in ihrer vertrauten Umgebung alt werden wollen, sollen nun in den Gemeinden „Sorgende Gemeinschaften“ entstehen. Diese basieren auf Freiwilligkeit und soll ein Netzwerk schaffen, in dem Nachbarn, Vereine, Pfarren gemeinsam Verantwortung übernehmen. So sollen Fahrdienste etabliert werden, Besuchsdienste organisiert oder einfach Treffen veranstaltet werden.

Vereinsamung verhindern
Nicht jeder, der älter als 80 ist, ist gleichzeitig auch pflegebedürftig, aber Vereinsamung und bröckelnde soziale Kontakte können zum Problem werden. Auch hier soll mit der Sorgenden Gemeinschaft Abhilfe geschaffen werden.

Wie das ganze funktionieren könnte, zeigt Kirchberg-Thening. In der 2500-Einwohner-Gemeinde ist man schon einen Schritt weiter und in der Umsetzung. „KuM – Kümmern um‘s Miteinander“ nennt sich die Initiative. Zahlreiche Menschen – meist selbst schon in der Pension – sorgen dafür, dass älteren Menschen geholfen wird und diese am gesellschaftlichen Leben in der Gemeinde teilhaben können.  „Eine gut funktionierende Sorgekultur ist ein entscheidender Beitrag zum Wohlbefinden im Alter“, sagt Bürgermeister Peter Michael Breitenauer.

Gemeinden werden eingebunden
Im Bezirk Freistadt geht man in den 27 Gemeinden derzeit in die Planungsphase. „Die Frage, wie wir künftig füreinander sorgen, ist keine reine Pflegethematik mehr. Sie ist eine der größten gesellschaftlichen Zukunftsfragen überhaupt. Die Antwort darauf kann daher nicht ausschließlich im Ausbau professioneller Systeme liegen, so wichtig diese auch bleiben. Wir brauchen ein neues Miteinander: Denn sorgende Gemeinschaften entstehen dort, wo Menschen Verantwortung teilen“, sagt Bezirkshauptfrau Andrea Wildberger. Dazu hat sie alle Gemeinden eingeladen und es machen nun auch alle mit.

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