Vorgang sei üblich

KTM wehrt sich gegen die Manipulationsvorwürfe

Oberösterreich
27.05.2026 09:02
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Nun wehrt sich der Innviertler Motorradhersteller KTM gegen die schweren Manipulationsvorwürfe: Man würde keine illegalen Zweiräder verkaufen. Vielmehr würden gedrosselte (homologierte) Fahrzeuge verkauft. Kunden könnten die Drosselung aufheben lassen, würden aber informiert, dass damit die Straßenzulassung erlischt.

Die KTM AG weist die erhobenen Vorwürfe, KTM würde illegale Motorräder in Verkehr bringen, entschieden zurück: Man betont, die KTM-Gruppe verkaufe ihre Motorräder ausschließlich im Einklang mit den geltenden europäischen Vorschriften.

„Grundlegendes Missverständnis“
Die Erkenntnisse des Recherchenetzwerks, das die Vorwürfe erhoben hatte, würden auf einem fundamentalen Missverständnis beruhen: Enduro-Modelle seien Sportgeräte, die jedoch im homologierten, also für den Straßenverkehr gedrosselten Auslieferungszustand auch auf öffentlichen Straßen gefahren werden dürfen. „Diese duale Nutzbarkeit ist gewollt, notwendig und branchenüblich. Damit Enduro-Maschinen an offiziellen Wettbewerben teilnehmen können, müssen sie nach den Regularien des Motorrad-Weltverbands FIM zuvor in homologiertem Zustand ausgeliefert werden“, so der Konzern in einer Aussendung.

Homologation nicht unüblich
Es handele sich dabei weder um eine KTM-Besonderheit, noch um einen Vorgang, der KTM gegenüber dem Wettbewerb einen unzulässigen Vorteil verschaffen würde. Sämtliche KTM-, Husqvarna- und GASGAS-gebrandeten Enduro-Modelle würden die Werke ausschließlich in straßenzulassungsfähigem, homologiertem Zustand verlassen.

Drosselung kann aufgehoben werden
„Auf Wunsch des Kunden können diese Maschinen nach dem Erwerb vom Fachhändler für den Wettbewerbs- und Geländeeinsatz konfiguriert werden. Käufer unserer Enduro-Maschinen werden ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Straßenzulassung mit dem Umbau für den Wettbewerb erlischt und das Fahrzeug nicht mehr im öffentlichen Straßenverkehr verwendet werden darf“, so der Konzern weiter. Die in Europa vertriebenen Enduro-Modelle entsprechen rund 3 Prozent des weltweiten KTM-Absatzes.

„Winziger Bruchteil“
Auch die in den Berichten thematisierten Emissionsfragen verdienen laut KTM eine sachliche Einordnung: Motorräder verursachen in Deutschland laut Umweltbundesamt rund 0,3 Prozent der CO2-Gesamtemissionen. Enduro-Wettbewerbsmodelle würden davon nur einen geringen Bruchteil darstellen. Ihre Laufleistung liege ein Vielfaches unter der von Straßenmotorrädern, da sie nur wenige Stunden im Jahr im Sport- und Trainingsbetrieb eingesetzt werden würden.

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