Trump ein Weichei? Als die halbe Welt am Dienstagabend zu Bett ging, da stand noch die von Donald Trump angekündigte „Vernichtung der Zivilisation“ im Iran im Raum. Als dieselbe halbe Welt Mittwoch früh aufwachte, hatte der Frieden in der zuletzt so heiß umkämpften Golfregion begonnen. Wie schön, könnte man sagen. Sogar die Ölpreise fielen umgehend – während sich allerdings an den österreichischen Tankstellen rein gar nichts bewegte. Ja, was war da über Nacht geschehen? Dürfen wir über das Ruhen der Waffen, ausgemacht sollen zunächst einmal zwei Wochen sein, jubeln? Donald Trump gratulieren, der in seiner grenzenlosen Zurückhaltung von einem „großen Tag für den Weltfrieden“ sprach? Oder dem iranischen Mullahregime, das posaunt, der Iran habe die USA und Israel in die Niederlage geführt? Oder müssen wir dem israelischen Abgeordneten Zvika Fogel recht geben, der sagt, Trump sei ein Weichei? Israels Oppositionschef Yair Lapid meint, was da in der Nacht auf Mittwoch geschehen sei, das wäre „die größte politische Katastrophe unserer Geschichte“. Sehr treffend wohl auch, was der demokratische US-Kongressabgeordnete Jim McGovern auf der Plattform X von sich gab. Trump stelle die Luftangriffe auf den Iran ein, „um die Straße von Hormus zu öffnen, die offen war, bevor er mit den Angriffen auf Iran begonnen hat.“ Ja, richtig!
Nicht salonfähig. Und wie beurteilt „Krone“-Außenpolitik-Kenner Kurt Seinitz die aktuelle Entwicklung rund um den Iran? Das sei wieder genau nach Trumps Geschäftsmodell der New Yorker Baumafia abgelaufen: „zerstören, erschrecken, dann dealen“. Der Schaden sei nachhaltig, sowohl für den Iran als auch für die Weltwirtschaft. Es gehe nicht mehr nur um die Öffnung der Straße von Hormus, es gehe auch darum, ob der Golf überhaupt noch ausreichend liefern könne. Seinitz: „Die Reparaturarbeiten an den Schäden werden bis zu fünf Jahre in Anspruch nehmen. So lange wird es beim Ölpreis kein Zurück zu vorher geben.“ Und unser Kommentator weist auch darauf hin, dass Trump in seinem Krieg viel zerstört, aber eine strategische Niederlage erlitten habe. Seinitz schreibt: „Seine vulgäre Gossensprache und seine Kaiser-Nero-ähnlichen Drohungen haben in der internationalen Politik den Wettlauf um einen Platz in seiner Nähe eingebremst. Das Staatsoberhaupt der USA ist einfach nicht mehr salonfähig.“ Auch richtig!
Kommen Sie gut durch den Donnerstag!
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