Kurzzeitvermietung

„Wer eine Hintertüre sucht, findet sie weiterhin“

Salzburg
08.04.2026 18:00

Das Airbnb-Angebot geht in Salzburg zurück, dafür boomen Alternativen wie die rechtlich saubere Vermietung ab 30 Tagen oder Mikrohotels. Die Politik sucht Hebel gegen die neuen Trends. Es gibt aber nur Forderungen von vielen Seiten und noch keinen neuen Gesetzestext in der Raumordnung.

Die Airbnb-Kontrolleure in der Stadt Salzburg leisten gute Arbeit. Das Angebot ist in sieben Jahren von etwa 700 auf 500 Wohnungen gesunken, ist also um rund ein Drittel gesunken. Das belegt eine neue Studie der Uni Salzburg.

Aktuell gibt es nur noch zwei Ausnahmen, die Vermietung über Airbnb und Co. möglich machen. Wer schon vor dem 1. Jänner 2018 mit dem Vermieten begann, darf das auch weiterhin. Außerdem bleibt „Sofa-Surfing“ dort, wo man auch selbst wohnt, möglich. „Wir haben uns alle Wohnungen mit Registrierungsnummer angeschaut“, schildert Johannes Holztrattner, Dienststellenleiter für Überprüfungen im Magistrat.

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Wir haben den Markt mit Regulierungen in anderen europäischen Städten verglichen. Salzburg ist gut aufgestellt, landet hinter Amsterdam und Paris.

Christian Smigiel, Universität Salzburg

Rund 40 Prozent haben eine Nummer. 700 Verfahren wurden abgewickelt. Aktuell kommen nur fünf neue Ansuchen auf Registrierung im Monat hinzu. Eine Verschärfung brachte auch die Novelle, dass allein das Anbieten im Netz strafbar ist. Auch die Beschwerden gegen Strafbescheide werden weniger.

Wiederholungstäter gibt es nach wie vor: „Ein Vermieter hat erst damit aufgehört, als die Strafen schon bei 100.000 Euro lagen“, berichtet Holztrattner.

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Bei Mikrohotels braucht es Verbesserungen im Gesetz. Kritisch sehe ich auch, dass Einnahmen aus Strafen im Landesbudget versickern und Gemeinden Arbeit haben.

Kay-Michael Dankl, Vize-Bürgermeister (KPÖ Plus)

Viele Vermieter reagieren auf die Kontrollen verstimmt. „Katastrophe! Es wird einem schwer gemacht. Es kommen Briefe, Spitzel werden ausgeschickt“, so eine Kritik in der Befragung. Fragwürdig ist: Weil in Mehrparteienhäusern auch Nachbarn zustimmen müssen, kommt eine Airbnb-Klausel für das ganze Haus oft schon in Kaufverträge.

Kurzzeitvermietung nimmt der Stadt regulären Wohnraum weg.
Kurzzeitvermietung nimmt der Stadt regulären Wohnraum weg.(Bild: Andreas Tröster)

„Wer Hintertüren sucht, findet sie noch immer“, meinen Experten. Immer mehr Wohnungen werden zwischen einem und sechs Monaten für Firmen angeboten. Geregelt ist das österreichweit im Mietrechtsgesetz.

„Das kann man schwer kompensieren, weil es sich um Berufstätige handelt“, sieht Vizebürgermeister Kay-Michael Dankl hier keine Chance auf Regulierung.

Häufig entstehen auch Mikrohotels, die bis zu 60 Zimmern keine Zustimmung der Stadt brauchen. In der Raumordnung soll eine Reglementierung kommen. Dankl spielt den Ball an das Land weiter. 

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