Anrainer protestieren

Chalets im Wohngebiet? Ein Ort stimmt darüber ab

Salzburg
31.05.2026 07:00

In der Oberpinzgauer Gemeinde Hollersbach protestieren Anrainer gegen die geplante Tourismusnutzung von Wohnungen im Baulandsicherungsgebiet. Die Ortspolitik muss am Montag über die Ansuchen abstimmen.

Es ist ein beschauliches Wohngebiet. Einfamilienhäuser, spielende Kinder, Fußbälle und Räder stehen vor den Häusern. Das Baulandsicherungsmodell in Hollersbach ist in den vergangenen Jahren heiß begehrt gewesen. Leistbarer Wohnraum für Einheimische lockte zahlreiche Häuslbauer an. Mittendrin steht heute noch eine große Baustelle. 

Zwei Unternehmer errichten derzeit auf zwei Grundstücken insgesamt fünf Häuser und zwölf Wohnungen. Für die Wohnungen der Großbaustelle gibt es aber seit Jahren kaum Abnehmer. Mit Quadratmeter-Preisen zwischen acht- und zehntausend Euro kein Wunder. Die Wohnungen drohen zum Ladenhüter zu werden.

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Das Ansuchen ist gestellt worden. Wie bei jedem anderen müssen wir uns auch damit auseinandersetzen. Aktuell ist keine positive Tendenz dafür spürbar.

Sieglinde Islitzer-Lerch, Bürgermeisterin (ÖVP)

Die Geschäftsmänner, ein holländischer Unternehmer und der Hollersbacher FPÖ-Gemeindevertreter Norbert Dankl, wollen deshalb für das Bauprojekt die touristische Nutzung beantragen. Mitten im Wohngebiet könnte künftig also, Sommer wie Winter, an Urlauber vermietet werden.

Anrainer richteten Brief an die Gemeindevertreter
Am Montag wird sich die Gemeindevertretung mit dem Thema auseinandersetzen und darüber abstimmen. „Es ist unsere Aufgabe, Ansuchen zu prüfen und diese auch zu behandeln“, sagt Bürgermeisterin Sieglinde Islitzer-Lerch (ÖVP). Touristische Nutzung von Wohnraum sei nicht erst seit Chalet-Wildwuchs und immer mehr Airbnb-Angeboten ein heikles Thema. Die Ortschefin hat deshalb sogar eigens eine Klausur vor der Sitzung einberufen. „Es wird sich zeigen, aber ich spüre keine positive Tendenz.“

In der Gemeinde sind die ÖVP und die Bürgerliste MFH mit je sechs Stimmen vertreten. Dazu kommt Antragsteller Dankl, der nicht mitstimmen wird. Die Anrainer sind jedenfalls schon alarmiert. Mit einem offenen Brief an die Gemeindevertreter wollten sie im Vorfeld alle Möglichkeiten ausschöpfen, um ihre Position und offene Fragen zu klären. Selbst den Landtagsabgeordneten Simon Heilig-Hofbauer (Grüne) holten sie ins Boot. Entschieden wird alles Montagabend im Gemeindeamt.

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