Wirken in Salzburg strengere Kontrollen von Airbnb und Co.? Es gibt zwar weniger Angebote, so eine neue Studie der Uni Salzburg. Zusätzlicher Wohnraum wird trotzdem nicht frei, weil Vermieter Alternativen suchen.
Wer dieser Tage auf Airbnb eine Bleibe in Salzburg sucht, wird gleich fündig. Für zwei Nächte rund um den 1. Mai fallen auch Preisspitzen auf. Ein Luxus-Loft mit Weitblick über die Stadt ist etwa für 1193 Euro buchbar. Günstigere Angebote sind in verschiedenen Stadtteilen zu haben. Sie liegen zumeist bei knapp 400 Euro.
Wer seine Wohnung auch ordnungsgemäß touristisch vermieten darf, ist auf den ersten Blick nicht sichtbar. Die Stadt Salzburg verstärkte zuletzt die Kontrollen. Seit 2020 gilt die Pflicht für eine Registrierungsnummer. Auch eigene „Sheriffs“ schwärmen aus und überprüfen Vermieter.
Weniger Airbnb-Angebote, mehr mittelfristige Mieter
Jetzt nimmt eine neue Studie der Uni Salzburg die Entwicklung am Markt in den vergangenen sieben Jahren unter die Lupe und sieht positive Auswirkungen auf den umkämpften Wohnungsmarkt für Einheimische. Es gibt auf Airbnb um 30 Prozent weniger Angebot. Vermieter suchen dafür aber vermehrt Alternativen und wechseln beispielsweise zu mittelfristigen Angeboten. Über kurzzeitmiete.at – ein Salzburger Betrieb, der als Start-up gegründet wurde und viel Zulauf hat – werden Wohnungen von ein bis sechs Monaten zur Miete angeboten. Zielgruppe sind vor allem Geschäftsreisende.
Vermieter wurden auch befragt, warum sie ihre Immobilie lieber hier als am langfristigen Wohnungsmarkt anbieten. Es überwiegen finanzielle Motive, aber auch Gründe wie mehr Flexibilität oder Rechtssicherheit über das Mietrechtsgesetz. In Salzburg gewinne die Sparte durch die Festspiele und international aktive Unternehmen noch einmal zusätzlich an Bedeutung, heißt es in der Studie.
Und es gibt auch immer mehr Investoren oder Eigentümer, die überhaupt den Weg für Mikro- oder Automatenhotels freimachen wollen. Von 2023 bis 2025 entstanden in der Stadt allein 29 Mikrohotels. Rechtliche Hebel dagegen gibt es im Raumordnungsgesetz. Der Salzburger SPÖ gehen sie noch nicht weit genug. Gewisse Nutzungen wie etwa Mikrohotels sollten zur Gänze ausgeschlossen werden, so die Forderung. Eine Kennzeichnungspflicht reiche hier nicht mehr aus, heißt es.
SPÖ-Klubobmann Max Maurer zur neuen Studie: „Fakt ist, dass Wohnen eine Dauerbaustelle bleibt. Mikrohotels könnte über einen kleinen Eingriff ins Raumordnungsgesetz ein Riegel vorgeschoben werden.“
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