Den Tränen nahe

Karin Thaler spricht über ihr tragisches Schicksal

Society International
08.04.2026 10:18
Porträt von krone.at
Von krone.at

Schauspielerin Karin Thaler ist seit Jahren fester Bestandteil der „Rosenheim-Cops“. Abseits der Kultserie zeigte sich die 60-Jährige jetzt aber von einer sehr persönlichen Seite und sprach, den Tränen nahe, über sehr Persönliches.

Anlass ist die Veröffentlichung von Thalers Buch „Stark, weil ich stark sein musste“, in dem sich die Schauspielerin nicht davor scheute, auch offen über die Abgründe, die es in ihrem Leben gab, zu schreiben. Vor allem mit ihrer schwierigen Kindheit und der Spielsucht ihrer Mutter geht die heute 60-Jährige hart ins Gericht.

Geld war ständig knapp
Bei einem Interview-Termin wurde nun deutlich, wie nah ihr diese Themen tatsächlich gehen. „Wir haben uns von Monat zu Monat gerettet“, schilderte Thaler im Gespräch mit „Brisant“, dass in ihrer Kindheit das Geld oft knapp war. Mehr als eine Matratze, ein Tisch mit Fernseher und zwei Stühle sei ihrer Familie zeitweise nicht geblieben. 

Bei den „Rosenheim-Cops“ trägt Karin Thaler immer ein Lächeln auf den Lippen. In einem Interview ...
Bei den „Rosenheim-Cops“ trägt Karin Thaler immer ein Lächeln auf den Lippen. In einem Interview sprach die Schauspielerin jetzt darüber, dass ihr Leben von Tragik geprägt war.(Bild: APA-Images / dpa Picture Alliance / Frank Hoermann)

Ihre Kindheit und Jugend sei von einem Gefühl der Hilflosigkeit geprägt gewesen, so Thaler weiter. „Ich kenne das Gefühl (...), wenn du am Geldautomaten stehst und kriegst keine zehn Mark. Und weißt nicht, was du essen sollst.“

„Richtig scheiße“
Während des Interviews wurde schließlich klar, wie belastend die Erinnerungen für heute für die „Rosenheim-Cops“-Darstellerin, die immer wieder mit ihrer Fassung ringen musste, sind. Es sei „richtig scheiße“ gewesen, das erleben zu müssen, fuhr Thaler fort. Und wenn sie zu viel darüber spreche, kämen ihr die Tränen, gab sie zu. 

Auch später, als sie bereits beruflich erfolgreich war, sei das Verhältnis zu ihrer spielsüchtigen Mutter angespannt gewesen, fuhr Thaler fort. Sie habe Bürgschaften im sechsstelligen Bereich übernommen, doch die Probleme hörten nicht auf.

„War co-abhängig“
Mittlerweile könne sie ihr Verhalten klar einordnen, wie sie erklärte: „Ich war co-abhängig: Ich habe alles vertuscht und ihre Lügen weiter gelogen.“ Sie habe ihre Mutter schützen wollen, damit niemand erfährt, was wirklich im Hintergrund los war. Mit Folgen. 

Zitat Icon

Ich war co-abhängig: Ich habe alles vertuscht und ihre Lügen weiter gelogen.

Karin Thaler über ihr Verhältnis zu ihrer Mutter

Denn ihr schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter habe auch ihre Ehe belastet und ihre eigene Familienplanung beeinflusst. Selbst ihre Karriere litt unter der Bürde, die ihre Mutter ihr mit ihrer Spielsucht auferlegt hatte, wie Thaler zudem in ihrem Buch enthüllte.

Karriere-Höhepunkt wurde zur Hölle
So sollte ein Dreh in den 90er-Jahren für das „Traumschiff“ eigentlich ein beruflicher Höhepunkt werden. Aber: „Ich fühlte mich wie ein Hollywoodstar und minderwertig zugleich. War ich es überhaupt wert, hier zu sein? Was machte ich hier, unter all diesen tollen Menschen mit ihren wundervollen Geschichten?“, erinnert sie sich in ihrem Buch.

„Ich glaub’, ich habe noch nie so viel getanzt wie auf dem Traumschiff“, schildert Thaler gleichzeitig. Heute weiß sie: Das war auch ein Fluchtmechanismus. „Ich tanzte, um nicht daran zu denken, was daheim auf mich wartete“ – Schuldenberge, eine süchtige Mutter sowie die ständige Sorge, ob sie die nächste Rate aufbringen könne. „Mein Leben hatte sich von einem Traum in einen Albtraum verwandelt.“

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