Andrea Kimi Antonelli jagt in Barcelona seinen sechsten Sieg in Serie. Landet der Teenager erneut am obersten Treppchen, hätte er seinen Mercedes-Vorgänger Lewis Hamilton überflügelt.
Während Formel-1-Seriensieger Kimi Antonelli in Spanien auf ein weiteres historisches Wochenende hofft, hadert sein Mercedes-Kollege George Russell derzeit mit dem Schicksal. Vor dem Großen Preis von Barcelona-Catalunya am Sonntag könnten die Gefühlswelten bei den „Silberpfeilen“ nicht unterschiedlicher sein. Nach seinem Monaco-Triumph liegt Teenager Antonelli in der WM-Wertung bereits 68 Punkte vor Russell, der in den letzten Rennen kein Glück hatte.
Der Brite hatte unter anderem Pech mit dem Safety Car (Japan) und ein Motorenproblem (Kanada); in Monaco wurde er wegen einer Durchfahrtsstrafe aus den Punkten katapultiert. „Ich bin in einem sehr komischen Gemütszustand. Ich hatte noch nie so eine Pechsträhne wie diese“, sagte Russell, der als Topfavorit in die Saison gestartet war. Mercedes-Boss Toto Wolff blieb locker. „Das gehört zum Rennsport dazu“, betonte der Wiener. Russell sei mental „sehr stark“, außerdem habe er das richtige Umfeld.
Reichlich Selbstvertrauen getankt
Das trifft auch auf Antonelli zu, der in Barcelona sogar seinen Mercedes-Vorgänger Lewis Hamilton übertrumpfen könnte. Der 19-jährige Italiener peilt seinen sechsten Grand-Prix-Sieg hintereinander an, das ist dem 41-jährigen Rekordweltmeister in seiner Laufbahn noch nie gelungen. „Kimi wird natürlich Selbstvertrauen aus Monaco mitnehmen. Aber der Fokus muss darauf liegen, darauf aufzubauen und in Barcelona unsere Arbeit zu erledigen“, sagte Wolff über den jüngsten WM-Leader der Motorsport-Königsklasse.
Im Titelrennen ist Antonelli, der im Fürstentum eiskalt und fehlerfrei auf das oberste Stockerl gerast war, der Konkurrenz nach sechs von 22 Rennwochenenden schon enteilt. Noch nie verspielte ein F1-Spitzenreiter einen derart großen Vorsprung. Doch Barcelona-Vorjahressieger Oscar Piastri sollte dem Mercedes-Star eine Warnung sein, der Australier war 2025 nach einem starken Saisonstart noch von seinem McLaren-Teamkollegen Lando Norris eingefangen worden.
Hamilton auf Höhenflug
Auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya – der Große Preis von Spanien findet dieses Jahr im September erstmals in Madrid statt – könnte Antonelli zudem an GP-Siegen mit Russell gleichziehen. Der 28-Jährige will in seinem 100. Grand Prix für Mercedes freilich wieder auf die Siegerstraße zurückkehren und sich damit auch einen Motivationsschub für den Österreich-GP in Spielberg am 28. Juni holen. Genauso wie der formstarke Hamilton, der mit seinem Ferrari in Kanada und Monaco zweimal hintereinander Zweiter geworden war und im WM-Ranking auf Rang zwei kletterte.
Auf seinen ersten Triumph für die Scuderia seit seinem Wechsel im Vorjahr wartet der siebenfache Weltmeister aber noch, an Barcelona hat er mit sechs Siegen aber gute Erinnerungen. Red-Bull-Hoffnungsträger Max Verstappen hingegen will sich in Katalonien mit einem neuen Motor zurückmelden, nachdem er in seiner Wahl-Heimat Monaco am Start nicht vom Fleck gekommen war.
FIA beschloss Änderungen bei Motoren
Große Freude dürfte der Niederländer am Mittwochabend verspürt haben, nachdem der Automobil-Weltverband FIA die schrittweise Leistungssteigerung des Verbrennungsmotors bis 2028 verkündet hatte. Die Verbrenner-Elektro-Aufteilung in den neuen F1-Hybridmotoren soll in den kommenden zwei Jahren auf das Verhältnis 60:40 angepasst werden. Nach der Regelrevolution für die laufende Saison war der Elektro-Anteil der Leistung auf 47 Prozent erhöht worden.
Das hatten viele Fahrer, darunter auch Verstappen, stark kritisiert. Denn in der Praxis müssen die Piloten oft vom Gas, um die Batterie wieder ausreichend aufzuladen. Mit der Änderung (2027 auf 42 Prozent, 2028 auf 40), auf die sich die Teams, die Formel 1 und die FIA einigten, soll besonders im Qualifying, aber auch in den Rennen wieder mehr Vollgas gefahren werden.
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