Prozess in Eisenstadt

Erwachsenenvertreterin im Visier ihres Klienten

Burgenland
11.06.2026 16:00

Bis zu 200 WhatsApp-Nachrichten pro Nacht und nicht angekündigte Besuche in der Kanzlei: Ein Burgenländer (45) stalkte seine Anwältin und soll sogar mit dem Umbringen gedroht haben. Zudem wirft er einem Notar vor, ihm Falschgeld untergejubelt zu haben.

Job weg, Frau weg, Kinder weg, Sorgerecht weg, Geld weg, Haus weg, Führerschein weg, alles weg. „Beim Arzt haben sie meine E-Card zerschnitten. Ich bin nicht einmal versichert“, sagt der Burgenländer (45), der zweifach vorbestraft ist: wegen gefährlicher Drohung und Körperverletzung gegenüber der Ex, und weil er sich als Polizist ausgegeben hatte.

„Sie sollte sich bei mir entschuldigen“
Mit den Erwachsenenvertretern, die ihm zur Seite gestellt worden waren, zeigte er sich unzufrieden. Erst bezichtigte er einen Notar, dass ihm dieser Falschgeld untergejubelt hätte; dann stalkte er eine Anwältin im Landessüden. „Die hat null für mich gemacht. Dafür sollte sie sich entschuldigen“, meint der Mann beim Prozess in Eisenstadt.

Zitat Icon

Ich wollte nur, dass sie sich für mich einsetzt, damit es zu einer Gerichtsverhandlung kommt.

Der Angeklagte über die 200 WhatsApp-Nachrichten

Über Monate rief er täglich bis zu zehnmal an. Bombardierte sie mit SMS. Tauchte unangekündigt in der Kanzlei auf. In der Rekordnacht übermittelte er 200 WhatsApp-Nachrichten. „Ich wollte nur, dass sie sich für mich einsetzt, damit es zu einer Gerichtsverhandlung kommt. Meine Ex-Frau hat eine Straftat begangen und ich soll dafür geradestehen? Sicher nicht!“

30 Polizisten stürmten die Wohnung
Also wandte sich der offensichtlich Missverstandene an einen anderen Rechtsvertreter. Am Telefon tat er kund, alle im Büro seiner Erwachsenenvertreterin umbringen zu wollen – 30 Polizisten stürmten seine Unterkunft und nahmen ihn in Gewahrsam. „Ein Hörfehler. Ich habe nur gesagt, dass ich mich umbringe.“

Fünf Monate bedingt wegen beharrlicher Verfolgung
Der Anklagepunkt der Verleumdung, dass der Notar falsche Hunderter in Umlauf gebracht haben soll, wird fallen gelassen. Ebenso jener der gefährlichen Drohung – im Zweifel. Wegen beharrlicher Verfolgung fasst der Burgenländer fünf Monate bedingte Haft aus. Er muss eine Psychotherapie machen. Nicht rechtskräftig. Sein letztes Wort: „Dass ich innerlich weine, sagt eh alles.“

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

11° / 20°
Symbol bedeckt
9° / 20°
Symbol bedeckt
10° / 20°
Symbol stark bewölkt
11° / 20°
Symbol bedeckt
10° / 20°
Symbol bedeckt
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung