Blickt man auf die bisherige Vorgehensweise jener Bande, die schon seit 2022 für ihre Einbruchsserie in Wien Salpetersäure verwendet, verwundert es nicht, dass auch die Osterfeiertage für einige Coups genutzt wurden. Bisher gemeldet wurden zwei Wohnungen in zwei Meidlinger Häusern. Von weiteren Fällen ist auszugehen.
Langsam und stressfrei „arbeiten“ die Säure-Einbrecher bei ihren Coups: Erst spähen sie in aller Ruhe Liegenschaften aus. Meist sind es Bauten aus den 60er- und 70er-Jahren, deren Wohnungstüren die Bande ins Visier nimmt. Aber auch klassische Altbauten wurden schon zum Ziel auserkoren.
Die Türen des Hauses werden dann mit dünnen Kleberfäden markiert. Sobald über einen Zeitraum von mehreren Tagen niemand zu Hause ist, schlagen die Männer, die wahrscheinlich aus Georgien stammen, zu.
Die giftige und ätzende Salpetersäure wird in die Türschlösser geträufelt, bis das Schloss gelöst ist. Dann haben es die Einbrecher – wie die meisten ihrer Zunft – auf Bargeld, Gold und Schmuck abgesehen. Alles, was sich schnell veräußern lässt.
Identitäten der Einbrecher dürften ständig wechseln
Die Bande dürfte sich ständig neue Pässe zulegen, in unterschiedlichen Konstellationen reisen und immer nur für wenige Tage in Wien bleiben. Wo sie zuschlagen, weiß niemand. Traf es in den Jahren 2022 und 2023 meist Wohnungen im dritten und zweiten Bezirk, liegen die neueren Tatorte über die ganze Stadt verteilt.
Gesamte EU rätselt über Einbruchsserie
Es ist ein Problem, das nicht nur Wien hat – beinahe jede Millionenstadt in der EU meldete bereits ähnliche Einbruchsserien. Hunderte Einbrüche sind es jedenfalls in Wien, bei denen die Polizei seit 2022 Salpetersäure verzeichnet hat. 2025 wurden 35 Wohnungen ausgeräumt, im laufenden Jahr kam es zu sechs Einbrüchen der ungewöhnlichen Art.
Mit hoher Beute: Wie hoch, ist allerdings unklar. Welche Spuren die Polizei aktuell verfolgt, wollte man der „Krone“ aus ermittlungstaktischen Gründen nicht verraten.
Zwei Tatorte liegen sehr nah beieinander
Auch zu Ostern legten die Kriminellen einigen Wienern ein besonders bitteres Ei ins Osternest. Konkret meldeten sich bisher die Mieter/Eigentümer von zwei Wohnungen in Meidling bei der Polizei. Auch ihre Türen hätten sie aufgeätzt vorgefunden, als sie aus dem Osterwochenende zurückgekehrt waren. Laut „Krone“-Infos liegen die beiden Tatorte in der Aichholzgasse und in der Rotenmühlgasse – und demnach sehr nah beieinander. Man geht davon aus, dass noch mehr Wohnungen dazukommen werden.
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