Sechs tote Tiere

Wurden Geier in Kärnten und Osttirol vergiftet?

Tirol
03.06.2026 14:00
Porträt von Tiroler Krone
Von Tiroler Krone

Schrecklicher Fund im Kärntner Lesachtal sowie in Osttirol. Gleich sieben Gänsegeier wurden in den vergangenen Wochen in der Region entdeckt. Sie alle dürften vergiftet worden sein, wie eine Auswertung nun zeigt. Sechs der Vögel starben an den Folgen.

Innerhalb kürzester Zeit wurden im Osttiroler Untertilliach und in St. Lorenzen in Kärnten insgesamt sieben Gänsegeier unter mysteriösen Umständen aufgefunden. Lediglich einer war noch am Leben und konnte in der Auffang- und Pflegestation der Burg Landskron aufgepäppelt und wieder in Freiheit gelassen werden. Die weiteren Tiere waren bereits verendet, heißt es seitens der Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich.

„Da so viele Tiere auf relativ kleinem Raum betroffen waren und eine natürliche Ursache für so ein Massensterben sehr unplausibel schien, stand der Verdacht der Vergiftung im Raum und wir verständigten umgehend das Landeskriminalamt Kärnten“, erklärt Johannes Hohenegger, Greifvogelexperte bei BirdLife Österreich.

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Es ist also von einem gezielten Giftanschlag auf Wildtiere auszugehen.

BirdLife Österreich

Todesursache geklärt
Nun konnte das Rätsel um die toten Tiere wohl gelüftet werden. Fünf der sieben gefundenen Tiere wurden bereits untersucht. Eine Analyse an der Veterinärmedizinischen Universität Wien und der Ludwig-Maximilians-Universität München ergaben bei allen toten Vögeln eine Vergiftung mit Carbofuran. „Es ist also von einem gezielten Giftanschlag auf Wildtiere auszugehen“, so BirdLife Österreich.

Verbotene Substanz mit tödlichen Folgen
Carbofuran ist ein Nervengift, das bereits in geringsten Dosen für Vögel, Säugetiere und sogar Menschen tödlich wirkt. In der EU ist der Wirkstoff, der lange als Pestizid ausgebracht wurde, seit 2008 verboten, doch immer wieder wird er illegal als Köder ausgelegt – mit verheerenden Folgen für geschützte Arten wie Rotmilan, Seeadler oder, wie hier, Gänsegeier, so BirdLife Österreich. Allein in Österreich wurden in den vergangenen neun Jahren knapp 400 illegale Tötungen von Vögeln dokumentiert, darunter 81 geschützte Greifvögel, die durch Vergiftungen starben.

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Jetzt muss lückenlos geklärt werden, wer hinter diesem feigen Giftanschlag steckt und welches Ziel die Täter verfolgt haben.

Christina Wolf-Petre, WWF-Artenschutzexpertin

Der aktuelle Fall sei einer der schwersten bekannten Vergiftungsfälle von Greifvögeln und Geiern in den vergangenen Jahren in Österreich. „Wer Carbofuran auslegt, nimmt den Tod geschützter Wildtiere bewusst in Kauf. Sieben betroffene Gänsegeier in einem einzigen Tal sind ein schwerer Fall von Wildtierkriminalität. Jetzt muss lückenlos geklärt werden, wer hinter diesem feigen Giftanschlag steckt und welches Ziel die Täter verfolgt haben“, sagt WWF-Artenschutzexpertin Christina Wolf-Petre.

Empörung bei Organisationen, lückenlose Aufklärung gefordert
BirdLife Österreich, WWF Österreich und die Vulture Conservation Foundation (grenzüberschreitende Organisation für den Schutz der europäischen Geier) fordern eine lückenlose Aufklärung des Falls und appellieren an die Bevölkerung, Hinweise zur Tat an die Polizei zu melden.

Die Naturschutzorganisationen verurteilen die verabscheuungswürdige Straftat und fordern eine deutliche Antwort von den Strafverfolgungsbehörden, um die Verursacher auszuforschen und vor Gericht zur Verantwortung zu ziehen.

Zweckdienliche Hinweise an die Landespolizeidirektion Kärnten unter Tel.: 059 133 20 33 33

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