Auch wegen Jobabbau

Stahlriese Voest erhöhte Gewinn um 138 Prozent

Oberösterreich
03.06.2026 14:05

Der börsennotierte Linzer Stahlkonzern Voestalpine hat seine Ergebnisse im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich verbessert. Der Konzerngewinn stieg „trotz volatilem Umfeld“ um fast 138 Prozent auf 424 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch bekanntgab.

Vor den wichtigsten Kennzahlen der Voestalpine steht im abgelaufenen Geschäftsjahr (es endet beim Stahlkonzern traditionell per Ende März) nur ein einziges Minus – und zwar beim Umsatz. Dieser fiel um 4,3 Prozent auf 15,1 Milliarden Euro. Hauptgrund dafür sind die gesunkenen Rohstoffpreise, die sich wiederum auf niedrigere Verkaufspreise der Voest-Produkte niederschlugen.

Ansonsten verbuchte der Stahlriese lauter Zuwächse, den kräftigsten mit plus 138 Prozent beim Gewinn nach Steuern, der auf 424 Millionen Euro kletterte. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg um ein Zehntel auf rund 1,5 Milliarden Euro. Und das, obwohl die hohen US-Zölle auf Stahl den Linzer Konzern fast 100 Millionen Euro kosteten. Trotz der Zuwächse blieben die am Mittwoch präsentierten Ergebniszahlen allerdings hinter den absoluten Rekordjahren 2021 bis 2023, in denen der Gewinn etwa dreimal so hoch ausfiel.

Personalabbau „im Wesentlichen abgeschlossen“
Dennoch: Voestalpine-CEO Herbert Eibensteiner freut sich über die „positive Entwicklung“ in einem „sehr, sehr schwierigen Umfeld“. Gelungen sei das durch das breite Produktportfolio des Konzerns sowie durch die „Reorganisation renditeschwacher Geschäftsbereiche“. Im Zuge deren baute die Voest rund 350 Beschäftigte in Österreich ab. Weltweit verringerte sich der Personalstand um 1,8 Prozent auf rund 48.800 Mitarbeiter. Damit sei der Jobabbau „im Wesentlichen abgeschlossen“, sagt Eibensteiner.

Auch in Linz sei kein Streichen von Stellen geplant – im Gegenteil: Für das Hochfahren des umweltfreundlicheren Elektrolichtbogenofens, der 2027 in Betrieb gehen soll, hat die Voest vorübergehend 100 neue Beschäftigte aufgenommen.

Herbert Eibensteiner ist CEO des Stahlriesen Voestalpine mit Sitz in Linz. 2027 soll hier der ...
Herbert Eibensteiner ist CEO des Stahlriesen Voestalpine mit Sitz in Linz. 2027 soll hier der erste Elektro-Hochofen starten.(Bild: Artist Andreas Hofer)

Globale Verwerfungen beeinflussen die Voestalpine
Wie es heuer weitergeht, liege maßgeblich am Krieg im Nahen Osten und an weiteren Verwerfungen. „Wir sind vorbereitet darauf, dass die Energiepreise hoch sind und bleiben“, sagt Eibensteiner. „Das bedeutet, die Inflation und die Zinsen steigen. Steigende Zinsen bedeuten dämpfende Wirkung auf das Wachstum.“

Vorbehaltlich der Zustimmung der am 1. Juli 2026 stattfindenden Hauptversammlung wird die Dividende von 60 auf 75 Cent je Aktie angehoben.

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