Sport-Geschäftsführer Marcus Mann ortet nach seinen ersten Monaten im Amt zahlreiche Baustellen bei Fußball-Vizemeister Red Bull Salzburg – die Qualität sei etwa zu niedrig, zudem dürfe nicht nur verkauft, sondern müsse wieder mehr investiert werden.
Ein mühevoller 2:1-Arbeitssieg in Hartberg brachte Vizemeister Salzburg am Ostersonntag drei wichtige Punkte ein.
Damit bleiben die Bullen im Rennen um den Meistertitel, an der grundsätzlichen Lage des Klubs ändert sich deshalb aber wenig. Sport-Geschäftsführer Marcus Mann ist an vielen Fronten gefordert, wie er bei „Sky“ ganz offen zugab. „Es gibt ein paar Sachen, die ich jetzt erkannt habe und die ich im Vorfeld so nicht auf dem Schirm hatte. Es ist vielleicht doch etwas mehr zu tun, als einem lieb ist oder als ich im Vorfeld erwartet hatte“, erklärte der Deutsche, um anzufügen: „Das ist aber keine Sache, die mir schlaflose Nächte bereitet.“
Mann: „Wir müssen die Qualität auf allen Ebenen erhöhen“
Zugleich gestand er, viele Dinge erkannt zu haben, die er bisher noch nicht ausgesprochen hat. „Fakt ist: Wir müssen die Qualität auf allen Ebenen erhöhen. Das beginnt bei der Mannschaft, betrifft aber auch das gesamte Umfeld“, stellte Mann unmissverständlich klar und legte in einer Schärfe nach, die man von seinen Vorgängern nicht kannte. „Wir brauchen eine andere Arbeitsmoral und müssen wieder mehr anschieben. Es ist offensichtlich, dass wir in der Vergangenheit viel Qualität verloren haben. Red Bull Salzburg definiert sich zwar über Verkäufe, dennoch wurde in den letzten Jahren – auch wenn ich damals nicht hier war – vielleicht der eine oder andere Spieler zu viel abgegeben.“
Der Sportboss, der im Dezember vom deutschen Zweitligisten Hannover 96 an die Salzach wechselte, ist davon überzeugt, dass Substanz verloren ging, die nicht so einfach wieder aufgefangen werden konnte.
„Die Qualität allein durch Verkäufe wieder zu erhöhen, ist nicht möglich. Dessen müssen wir uns bewusst sein. Das ist ein Punkt, den ich deutlich ansprechen werde. Wir müssen uns im Klaren darüber sein, was wir erreichen wollen. Wenn wir wieder besser werden wollen, muss man vielleicht auch wieder etwas mehr investieren, als man es in den letzten Jahren getan hat.“
Das war eine bemerkenswerte Aussage, da es eine öffentliche Forderung an den kaufmännischen Geschäftsführer Stephan Reiter war, die Geldbörse künftig wieder mehr zu öffnen. Wobei Geld alleine noch keinen Erfolg garantiert, denn Rekordeinkauf Lucas Gourna-Douath konnte etwa nie die Erwartungen erfüllen. Mann, der sich hinter Trainer Daniel Beichler stellte, wird an seinen Worten gemessen werden. Er gibt sich allerdings zuversichtlich.
Auf die Frage, wie sich Salzburg mittelfristig aufstellen sollte, meinte er: „Zuerst müssen wir den Fußball von heute verbessern, dann können wir in die Zukunft denken. Wir müssen wieder wissen, wofür wir stehen und wie wir spielen wollen. Damit ist klar, dass wir danach auf dem Transfermarkt tätig werden können.“
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