Umfrage zeigt:

Obwohl unbeliebt, sind Automatenshops im Aufwind

Wirtschaft
07.04.2026 06:00

Den einen sind sie ein Dorn im Auge, für andere oft die letzte Rettung: rund um die Uhr verfügbare Automaten. In letzter Zeit wachsen Automatenshops wie die Schwammerl aus dem Boden – vor allem dort, wo zuvor gähnender Leerstand herrschte. Die Österreicher sehen die kleinen personalarmen Geschäfte als Ergänzung, machen sich aber auch Sorgen.

Vor allem in ländlichen Gebieten kennt man es. Dort, wo früher der Greißler oder Bäcker seine Waren feilgeboten hat, ist schon seit Jahren nichts mehr drin. Ein Nachfolger wird meist nicht gefunden. 77 Prozent (von 1000 befragten) Österreichern sind laut einer Marketagent-Studie der Meinung, dass die Anzahl leer stehender Geschäfte weiter zunimmt. Bei 87 Prozent sorgt der Leerstand auch für tiefe Sorgenfalten auf der Stirn. 

Viele Innenstädte kämpfen mit gähnender Leere.
Viele Innenstädte kämpfen mit gähnender Leere.(Bild: Andreas Tröster)

40 Prozent der Jungen kauften schon ein
Eine Lösung, zu der in der Stadt und am Land seit kurzer Zeit verstärkt zur Beseitigung von Leerstand gegriffen wird, nennt sich Automatenshop. Das Konzept ist einfach: Statt leerer Fläche stellt man Automaten auf, die rund um die Uhr bedient werden können. Im Idealfall kommen so die notwendigsten Lebensmittel auch in der Nacht oder in dünn besiedelten Gebieten zu ihren Abnehmern. Immerhin 29 Prozent (40 Prozent der Jungen) haben schon einmal in solch einem Shop eingekauft. 

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Automatenshops bieten eine niederschwellige Möglichkeit, Flächen wieder zu nutzen und die Nahversorgung zu erweitern.

Marketagent-Chef Thomas Schwabl

Sorge vor Arbeitsplatzverlusten
Die Vorteile liegen laut Umfrage auf der Hand: Rund um die Uhr geöffnet (64,4 Prozent), praktisch für Notfälle (60,6 Prozent), regionale Produkte (34,7 Prozent). Doch es gibt auch Kritik. Konkret bemängeln die Befragten Preisaufschläge gegenüber dem Einzelhandel (49 Prozent), die begrenzte Produktauswahl (44 Prozent) und fehlendes Personal bzw. Arbeitsplatzverluste (43 Prozent). Funktioniert etwas nicht, ist niemand verfügbar. Auch die angebotenen Produkte beschränken sich vor allem in Städten meist auf Süßes, Knabberzeug und Softdrinks. 

Shops ja, aber Regeln gewünscht
Vernünftig empfindet eine Mehrheit (54 Prozent) Automatenshops an Bahnhöfen und Haltestellen und auch in ländlichen Regionen (52 Prozent). Dort, um das Ortskernsterben abzufangen. Zwei Drittel betrachten die Shops nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung. Fast die Hälfte (48 Prozent) plädiert aber für Regeln. Vor allem in der Nacht oder in Wohngebieten sollte es Einschränkungen im Betrieb geben. 

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