Höchster Stand im März

Preise für Lebensmittel steigen derzeit weltweit

Wirtschaft
04.04.2026 14:05
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die weltweiten Lebensmittelpreise sind im März auf den höchsten Stand seit vergangenem September geklettert. Grund seien die gestiegenen Energiekosten aufgrund des Kriegs, teilte die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO am Freitag mit.

Bisher seien die Preiserhöhungen noch durch ein reichliches Getreideangebot abgefedert worden, sagte FAO-Chefökonom Maximo Torero. Wenn der Krieg im Iran jedoch noch länger als 40 Tage andauere und die Produktionskosten hoch blieben, könnten Landwirtinnen und Landwirte weniger anpflanzen oder auf weniger düngerintensive Kulturen umsteigen. „Diese Entscheidungen werden sich auf die künftigen Erträge auswirken und unser Nahrungsmittelangebot sowie die Rohstoffpreise für den Rest dieses und das gesamte nächste Jahr prägen“, sagte Torero.

Laut dem FAO-Preisindex, der Lebensmittel weltweit berücksichtigt, betrug das Plus im März 2,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Der Wert liegt damit aber noch um knapp ein Fünftel unter dem Höchststand vom März 2022. Damals hatte der Krieg in der Ukraine gerade begonnen. Besonders stark verteuerten sich diesmal Zucker (Plus von 7,2 Prozent) und Pflanzenöle (Plus von 5,1 Prozent). Hier spiegelten sich die gestiegenen Rohölpreise und die Erwartung einer stärkeren Nachfrage nach Biokraftstoffen wider.

45 Millionen Hungernde drohen
Wenn der Krieg bis Sommer anhalte, könnten zusätzlich 45 Millionen Menschen in Hungersituationen geraten, warnte das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen. Die Blockade vieler Schiffe treibe bereits jetzt die Kosten für Energie, Treibstoff und Düngemittel in die Höhe und verschärfe den Hunger weit über den Nahen Osten hinaus. Viele Grundzutaten für Dünger kommen aus der Region, darunter Harnstoff, Schwefel und Phosphat.

Die Öl-Allianz OPEC+ will laut Insiderinnen und Insidern am Sonntag eine Erhöhung ihrer Förderquoten beschließen und sich so für eine mögliche Öffnung der Straße von Hormuz wappnen, über die mehr als 20 Prozent des gehandelten Öls transportiert werden. „Wir müssen reagieren, zumindest auf dem Papier“, sagte ein Insider. Aufgrund des Kriegs im Iran mussten die führenden Hersteller Saudi-Arabien, Kuwait, der Irak und die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Produktion drosseln.

Die Straße von Hormuz ist für den Öltransport de facto blockiert.
Die Straße von Hormuz ist für den Öltransport de facto blockiert.(Bild: AP/Jon Gambrell)

Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate nutzen bereits Exportrouten, die die Meerenge umgehen. Die saudischen Ölexporte über den Hafen Yanbu am Roten Meer sind auf fast 4,6 Millionen Fass pro Tag gestiegen und damit nahe an der Kapazitätsgrenze. Die Emirate exportieren weiterhin über Fujairah, das außerhalb der Straße von Hormuz liegt.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

krone.tv

Top 3
Top Gutscheine
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung