„Krone“-Talk zur Doku

Ralf Schumacher und Étienne heiraten im Fernsehen

Unterhaltung
21.05.2026 05:00

Vor knapp zwei Jahren hat sich Ex-Formel-1-Fahrer Ralf Schumacher geoutet, jetzt ist er auf dem Weg dazu, seinen Lebenspartner Étienne Bousquet-Cassagne im noblen St. Tropez zu ehelichen. Ab heute kann man auf Sky in einer mehrteiligen Doku den Weg dorthin verfolgen. Für die „Krone“ nahmen sich die beiden Zeit für einen Talk.

„Krone“: Ralf, Étienne – ab heute sieht man euch in der vierteiligen Sky-Doku „Ralf & Étienne – Wir sagen Ja“, in der ihr auf dem Weg zu eurer Hochzeit begleitet werdet. Wann habt ihr euch dazu entschlossen, durch die Doku damit so in die Öffentlichkeit zu gehen?
Étienne Bousquet-Cassagne:
 Wir hatten mehrere Angebote für eine Doku und haben uns dann dazu entschieden, die vier Episoden mit Sky zu machen. Ralf hat einfach sein Ding gemacht, und seit wir zusammen sind, haben uns so viele Leute unterstützt, dass wir jetzt auch etwas zurückgeben sollten. Vielleicht ist jemand neugierig auf unser Leben und will etwas mehr darüber wissen. Wir zeigen fast alles über unsere Hochzeit, aber auch viel von unserem Leben.

Ralf, im Juli 2024 hattest du dein öffentliches Coming-Out – ist es nicht ein Wahnsinn, dass das vor allem im Sport heute noch immer ein Tabuthema ist? Hat diese Doku auch eine gewisse Vorbildwirkung?
Ralf Schumacher:
 Erleichtert war ich damals nicht, aber wir haben das gemeinsam entschieden und es hat sich sehr gut angefühlt. Erstaunlich war aber, dass so viele Leute auf uns zugekommen sind und sich bedankt haben, weil es auch ihre Entscheidung erleichtert hat, zu ihren zu Familien zu gehen und offen darüber zu reden. Wenn man öffentlich damit umgeht, bekommt das Thema viel mehr Selbstverständlichkeit. Das war der Hauptgrund für die Doku, denn ansonsten sind wir ja nicht die erste Promi-Hochzeit, die man im Fernsehen sehen kann. Warum also nicht auch wir?

Man sieht euch in der Doku in allen Lebenslagen, die man von Paaren eben so kennt. Nicht nur Hochzeit, sondern auch viel Alltag. Habt ihr auch beschlossen, was ihr von euch nicht in der Öffentlichkeit zeigen wollt?
Schumacher:
 Ehrlicherweise haben wir keine Meinungsverschiedenheiten und ließen uns im Alltag einfach von den Kameras begleiten. Wir mussten nichts rausschneiden, alles lief ganz normal ab. Die ersten Tage war das Arbeiten mit dem Kamerateam schon ungewohnt, aber irgendwann läuft das einfach mit und gehört dazu. Mir wird uns jetzt nicht morgens beim Aufstehen und abends beim Zubettgehen sehen – das ist klar. Primär geht es um die Hochzeit und die Vorbereitungen. Die richtige Kleidung, die Ringe, alles, was man dazu so braucht. Und ein paar Tagesaktivitäten gehören natürlich auch dazu.
Bousquet-Cassagne: Wir sind in Frankreich, Deutschland und Österreich unterwegs und die Kameras haben unser normales Leben eingefangen. Es gibt einige Blickwinkel auf unsere Privatsphäre, auf unsere Berufe und die Vorbereitungen auf die Hochzeit.
Schumacher: Uns war diese Offenheit ein Anliegen, deshalb musste auch nicht viel geschnitten werden. Es kann sich jeder selbst ein Urteil von uns machen.

Konntet ihr die Kameras denn so schnell vergessen?
Schumacher:
 Das Schöne an diesem Format ist ja, dass es keine gestellten Szenen gibt, sondern die Kamera immer mit uns mitgeht. Es wird nicht dreimal eine Auffahrt hochgefahren oder viermal ein Raum betreten, bis alles perfekt ist. Es gibt nicht dauernd irgendwelche Schnitte, wo man sich vor dem Fernseher fragt, warum die daherkommen wie Kai aus der Kiste. Das Format ist lebendig und natürlich.

Anfangs waren die Kameras noch gewöhnungsbedürftig, aber irgendwann fühlten sich die beiden ...
Anfangs waren die Kameras noch gewöhnungsbedürftig, aber irgendwann fühlten sich die beiden völlig ungestört.(Bild: Sky)

Ralf, dein Sohn David hat schon geheiratet und gibt auch in der ersten Folge wertvolle Hochzeitstipps.
Schumacher:
 Ja, da waren wir gerade in Salzburg. Es war im Übrigen auch ein wunderschöner, sonniger Tag und wir haben uns fein darüber unterhalten.

Der Zuseher bekommt nicht nur Einblicke in eurem Leben, sondern auch in eure Charakteristik. Zwei verschiedene Menschen, die sich lieben, aber doch voneinander unterscheiden. Ralf wird etwa als das „Powerhouse“ gesehen, das ständig unter Strom steht und nie rasten kann.
Schumacher:
 In jeder Beziehung muss jeder irgendwo seinen Raum für sich haben. Der eine ist schon morgens unterwegs, der andere braucht da noch seine Ruhe. Das ist aber okay und man ergänzt sich. Bei uns ist es so, dass ich schon morgens all meine Dinge mache und froh bin, wenn sie erledigt sind und ab 11 Uhr geht dann die gemeinsame Zeit los.

Étienne, du sagst, es würde Ralf schwerfallen, seine Gefühle zu zeigen. Hast du einen Weg gefunden, wie es ihm leichter fallen könnte?
Bousquet-Cassagne:
 Nein, ich glaube nicht. Aber in der zweiten Folge der Reihe zeigt er doch auch mal seine Gefühle. Ich war sehr überrascht, weil er in dem Interview authentisch spricht, denn normalerweise kommt emotional vor dem Publikum von ihm gar nichts. Er ist darauf bedacht, sich gut unter Kontrolle zu haben. Es gibt eben kein Skript und alles kann passieren.

Wart ihr manchmal auch überrascht von euch selbst, als ihr euch in der Doku gesehen habt? Dass ihr im Fernsehen vielleicht anders rüberkommt als ihr das im echten Leben wahrnehmt?
Schumacher:
 Eigentlich nicht. Manche Stellen in der Doku sind für mich einfach besonders emotional. Vor allem wenn es um das Familiäre geht. Zu sehen, was und wie mein Sohn David Dinge sagt, hat mich sehr erfreut. Überrascht bin ich aber nicht von uns selbst. Ich habe mich eher gefragt, wie man etwas aus dem Ganzen machen kann, wenn man den ganzen Tag von der Kamera begleitet wird und mit den richtigen Schnitten und Erklärungen ging das sehr gut. Man öffnet sich dann automatisch leichter.

Haben sich die Prioritäten in eurem Leben mittlerweile etwas verschoben? Ihr habt zu vielen Dingen eine ähnliche Einstellung, bei der Schönheitschirurgie nimmts du, Ralf, aber lieber Abstand.
Schumacher:
 Wir sind beide familiär geprägt und uns dahingehend sehr ähnlich, da gab es keine Verschiebung der Prioritäten. Mehr oder weniger haben wir auch die gleichen Hobbys, wobei die Schönheitschirurgie was anderes ist. Aber ich lebe da nach dem Motto „Paragraph eins, jeder macht seins“. Wir sind uns meist einige und können genauso leben, wie wir wollen. Ohne Kompromiss. Es ist harmonisch und natürlich, so wie es ist.

Ralf, hat sich dein Leben nach deinem Outing erheblich verändert?
Schumacher:
 Nein, überhaupt nicht. Unser Umfeld wusste vor der ganzen offiziellen Bekanntmachung ja schon länger Bescheid. Ehrlich gesagt ist das alles kein Thema und das Leben geht ganz normal weiter.

Was sind die größten Hürden bzw. Tücken auf dem Weg zu eurer Hochzeit? Je wunderschöner man es haben will, umso komplexer kann es werden …
Schumacher: 
Das größte Problem ist immer die Sitzordnung. Wir haben ein sehr durchgemischtes Publikum, also wo setzt man da alle hin? Keiner soll sich schlecht fühlen und wir haben nur zehn Tische, also ist es dementsprechend schwierig. Dann haben wir noch das Thema, das nicht jeder gefilmt werden will, was auch okay ist. Der Rest war einfach, wir mögen sogar dieselbe Musik. Das Probeessen mit ein paar guten Freunden hat großen Spaß gemacht. Wenn man überhaupt von Stress sprechen kann, ist der Hauptstressfaktor das Abendessen. Wenn das erfolgreich erledigt ist, dann sind alle happy. Dann ist die Hochzeit auch gelungen.
Bousquet-Cassagne: Die Atmosphäre wird sehr schön sein, weil die Lage hier am Strand mit dem traumhaften Lokal und dem Essen einfach passt. Es gibt ein bisschen Alkohol, die Musik passt und all unsere Freunde und die Familien sind da. Ein schöner Moment.
Schumacher: Étienne ist einmal 1600 Kilometer gefahren, um mit seiner Mama einkaufen zu gehen. Das war der größte Aufwand, aber das gehört auch dazu.
Bousquet-Cassagne: Schwierig ist auch zu wissen, was genau man bei der Hochzeit tragen soll. Für Frauen ist das nicht leicht, aber auch Männer tun sich sehr schwer dabei.

Gibt es abseits dessen, dass ihr euch so zeigt, wie ihr eben seid, ein übergeordnetes Ziel, das ihr mit der Doku verfolgt? Wie definiert sich denn zwischen Salzburg, St. Tropez und Deutschland ein Zuhause für euch?
Bousquet-Cassagne:
 Mein Zuhause ist die ganze Welt.
Schumacher: Ich fühle mich überall ein bisschen zuhause, aber ich würde schon sagen Salzburg. Das liegt auch an den Verpflichtungen mit der Formel-1. Im Winter sind wir sehr gerne in Kapstadt, in Südafrika. Das ist unser beider Liebe. Wir haben den großen Vorteil, dass wir immer der Sonne folgen können und dann Sommer in Kapstadt haben, wenn es hier kalt wird.

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