„Dauert nicht lange“

Diese Lebensmittel könnte der Krieg teurer machen

Wirtschaft
20.03.2026 08:18
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Von krone.at

Der Iran-Krieg hat die Preise von Öl & Co. in die Höhe schnellen lassen. Erfahrungsgemäß „dauert das nicht lange“, bis die Österreicher die Preissprünge auch an der Supermarktkasse spüren, sagt Ökonom Franz Sinabell. Er hat auch eine Vermutung, welche Lebensmittel zuerst teurer werden könnten.

Der Grund für das Preisplus bei den Lebensmitteln ist, dass durch höhere Energiepreise die Produktion und der Transport mehr kosten, erklärt Wifo-Agrarökonom Sinabell. Teurer könnten insbesondere Grundnahrungsmittel werden, erwartet der Experte. Die Erfahrung zeige, dass Preissteigerungen vor allem bei Öl, Mehl, Butter und danach auch bei anderen Milchprodukten zu befürchten seien. Wie stark die Preise steigen könnten, sei für ihn allerdings nicht absehbar, sagt der Ökonom zur Austria Presse Agentur. 

„Würde mich freuen, wenn ich mich täusche“
Generell erwarte er aber, „dass das durch alle Produktkategorien durchgeht“, auch wenn manche Lebensmittel wie Äpfel weniger von den Weltmärkten abhängig seien. „Ich würde mich freuen, wenn ich mich täusche“, versichert der Ökonom. Aus ähnlichen Situationen in der Vergangenheit „wurden auch Lehren gezogen“, sagt Sinabell. Deswegen sei er zuversichtlich, „dass das nun ein Ruckler ist, wir aber nicht im Chaos enden“.

Produkte wie Getreide könnten teurer werden, befürchtet Experte Sinabell.
Produkte wie Getreide könnten teurer werden, befürchtet Experte Sinabell.(Bild: Lucas Wahl)

Energiepreise ausschlaggebend
Die Energiepreise haben großen Einfluss darauf, wie viel Lebensmittel kosten: „Wenn Preise für manche Energieträger steigen, ist es so, dass in der Regel die Energie insgesamt teurer wird“, sagt Sinabell. „Wenn Rohöl teurer wird, wird beispielsweise auch Gas teurer“, erklärt der Experte. Und das wirkt sich aus: „Transport braucht Energie, aber auch Mahlen und Tiefkühlen braucht Energie. Das zieht sich eigentlich durch.“

Transport und Produktion teurer
Ein Faktor ist auch, dass aus Weizen oder Raps nicht nur Lebensmittel, sondern auch Treibstoffe produziert werden können. Wenn die Preise für Diesel & Co. steigen, ist es für die Produzenten verlockend, sich auch ein Stück vom Kuchen zu sichern und Treibstoff statt Mehl oder Öl zu verkaufen.

Vor allem Grundnahrungsmittel dürften durch den Krieg teurer werden, schätzt Ökonom Sinabell.
Vor allem Grundnahrungsmittel dürften durch den Krieg teurer werden, schätzt Ökonom Sinabell.(Bild: Denys Kurbatov - stock.adobe.com)

Dünger wird knapp
Die Landwirte stehen vor der Herausforderung, dass Stickstoffdünger teurer und knapper wird. Denn ein Großteil des Düngers weltweit wird im Nahen Osten produziert. Durch die Angriffe in der Region stehen die Produktionsstätten fast vollständig still.

Bauernvertreter alarmiert
Alarmiert zeigten sich zuletzt auch Bauernvertreter wie der ÖVP-Bauernbund und die Land&Forst Betriebe Österreich. „Die aktuellen Entwicklungen zeigen einmal mehr, wie stark die Landwirtschaft von stabilen Energiepreisen abhängig ist. Ohne Diesel können unsere bäuerlichen Familienbetriebe ihre Felder nicht bewirtschaften und keine Lebensmittel erzeugen“, verwies etwa Bauernbundpräsident Georg Strasser auf steigende Dünger- und Dieselpreise. Es brauche daher gezielte Entlastungen für die Landwirte.

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