Zu viele Umwidmungen?

Ja zu Wachstum, aber Angst vor Verkehrslawine

Niederösterreich
21.05.2026 05:00

Zahlreiche neue Wohnungen und Betriebsansiedelungen könnten in Leobersdorf, Bezirk Baden, in Zukunft für mehr Staus sorgen. Für die Bürgerliste „Leobersdorf JETZT“ sind dabei noch zahlreiche Fragen offen. Der Bürgermeister verweist darauf, wie wichtig es sei, Arbeitsplätze dauerhaft zu erhalten.

Der neue Flächenwidmungsplan sorgt in Leobersdorf für heftige Diskussionen. Die Bürgerliste „Leobersdorf JETZT“ sieht rund um den „Masterplan Leo Ost“ viele offene Fragen – von zunehmendem Verkehr über fehlende Gutachten bis hin zu umstrittenen Umwidmungen ehemaliger Hochwasserschutzflächen. Kritisiert wird vor allem, dass wichtige Verkehrsunterlagen während der laufenden Begutachtung nicht öffentlich einsehbar seien.

Verkehrsbelastung könnte noch mehr ansteigen
Besonders im Fokus stehen die Verkehrsbelastung rund um die B18 und die A2 sowie hunderte geplante Wohneinheiten und neue Betriebsansiedlungen. Harald Sorger von „Leobersdorf JETZT“ warnt davor, dass Leobersdorf schon jetzt – vor allem rund um die A2 – unter Staus leide und eine transparente Gesamtbetrachtung fehle.

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In den nächsten zehn Jahren könnte es in Leobersdorf zu einem Bevölkerungswachstum von 30 Prozent kommen.

Christian Husar, „Leobersdorf JETZT“

Für zusätzlichen Unmut sorgen Grundstücke entlang der Triesting: Flächen, die einst für den Hochwasserschutz angekauft wurden, sollen nun teilweise zu Bauland werden. Gerade nach den Überschwemmungen 2024 stelle sich für viele die Frage, ob hier ausreichend Verantwortung übernommen werde.

„Leobersdorf JETZT“ betont jedoch, nicht gegen Entwicklung zu sein. Gefordert werden vielmehr Transparenz, nachvollziehbare Entscheidungen und eine Raumordnung, die langfristig die Lebensqualität der Bevölkerung schützt.

Stadtchef sieht keine Probleme bei Verkehr und Hochwasser
Bürgermeister Andreas Ramharter beruhigt: „Es gibt Verkehrsgutachten, die bestätigen, dass die Maßnahmen zu keiner Überlastung des Verkehrs führen“. Neue Wohnungen, die bewusst in Bahnhofsnähe gelegt werden, sollen darauf abzielen, dass Bürger vermehrt auf den Zug umsteigen. Und auch beim Hochwasserschutz sieht er kein Problem. „Durch den Bau mehrerer Retentionsanlagen kam es auch 2024 zu keinen großen Hochwasserschäden“.

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Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz und die damit verbundene Stabilität für hunderte Familien.

Andreas Ramharter, Bürgermeister Leobersdorf

Umwidmungen zu Bauland rechtfertigt er damit, dass es wichtig sei, neue Betriebe anzusiedeln. „Jene südlich der B 18 ist angedacht, um dem Unternehmen GWT die langfristige Absicherung des Standortes zu ermöglichen“, so der Bürgermeister. Denn das Unternehmen beabsichtigt die Errichtung einer neuen Unternehmenszentrale, die Zusammenführung von Unternehmensstandorten sowie eine weitere Expansion. 

Und: „Die letzte mir bekannte Prognose des Landes Niederösterreich geht von einem Bevölkerungswachstum von ,nur‘ 25 Prozent bis zum Jahr 2040 aus“, so der Bürgermeister abschließend.

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