Doppelter Mordalarm

Binnen weniger Tage zwei Frauen erschossen

Österreich
21.05.2026 05:26

Was ist los? Warum mussten zwei Frauen binnen weniger Tage in Österreich sterben? Katharina E., 28 Jahre alt, in Niederösterreich und eine 59-jährige Steirerin, deren Leiche am Mittwoch in einem abgelegenen Bauernhaus gefunden wurde. Dringend tatverdächtig: ihr Ehemann. Frauen- und Justizministerin sehen Handlungsbedarf.

Katharina E. war tagelang nicht erreichbar. Sie reagierte auf keine Anrufe, keine Nachrichten ihrer Eltern, die gerade auf Urlaub waren. Zu Christi Himmelfahrt, am 14. Mai, rasten sie zu der Wohnung ihrer Tochter in Kottingbrunn im niederösterreichischen Bezirk Baden. Und sie fanden sie. Tot. Mit einer Kopfverletzung.

Die 28-Jährige lag in einer Blutlache. Ein bedenklicher Todesfall wurde attestiert, eine Obduktion angeordnet. Das Ergebnis: Die Frau wurde mit einem Kopfschuss (Kaliber 22) getötet – Munition, die meist von Sportschützen oder bei der Jagd auf Niederwild verwendet wird.

Nach dem Täter – in diesem Fall auch einer möglichen Täterin – wird gefahndet. „Derzeit konzentrieren sich die Ermittlungen auf das engere Umfeld und den Bekanntenkreis der 28-Jährigen“, so Stefan Pfandler, Leiter des Landeskriminalamtes. Am Tatort wurden nämlich keine Einbruchsspuren festgestellt. Die Ermittler gehen daher davon aus, dass die 28-Jährige ihren Mörder bzw. Mörderin vermutlich selbst in die Wohnung gelassen hat.

Mit einem Gewehr Ehefrau getötet und Verwandte angerufen
In der Steiermark hingegen muss niemand mehr fahnden. Ein Oststeirer (64) wurde festgenommen. Er soll seine 59-jährige Ehefrau mit einem Gewehr erschossen haben. Die Leiche der Frau wurde am Mittwoch in einem abgelegenen Haus, einem alten Bauernhof, in Gersdorf an der Feistritz im Bezirk Weiz gefunden. Der Mann soll laut Polizeisprecher Fritz Grundnig eine nahe Verwandte angerufen und ihr die Tat am Telefon gestanden haben. 

Zitat Icon

Die Leiche der Frau wurde am Mittwoch in einem alten Bauernhaus gefunden. Der Tatverdächtige wurde festgenommen. 

Fritz Grundnig, LPD Steiermark

Der genaue Tatzeitpunkt steht noch nicht fest. Die besorgte Angehörige alarmierte sofort die Einsatzkräfte. Da Informationen zu einer Schusswaffe in dem Haushalt des Verdächtigen vorlagen, wurden neben den Streifenbeamten auch Experten der Spezialeinheit Cobra verständigt.

„Die Verhandlungsgruppe der Polizei hat mit dem Tatverdächtigen anschließend Kontakt aufgenommen, er ließ sich widerstandslos festnehmen“, so Grundnig zur „Krone“. Der 64-jährige mutmaßliche Täter befindet sich derzeit in Polizeigewahrsam. Hintergründe oder Motiv zur Tat sind bislang nicht bekannt, die Ermittlungen sind noch in vollem Gange. 

Erst vor Kurzem ähnlicher Fall in der Steiermark
Erst Ende April wurde eine 35-jährige Frau in der Steiermark von ihrem Ehemann (36), ebenfalls mit einem Gewehr, erschossen. Danach dürfte er die Waffe gegen sich selbst gerichtet haben. Auch damals wurde die Polizei von einem Verwandten alarmiert.

Ministerinnen sehen Handlungsbedarf
Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner und Justizministerin Anna Sporrer (beide SPÖ) reagierten in einem gemeinsamen Statement auf die Bluttat: „Es ist traurige Gewissheit, dass wir in Österreich erneut das Leben von zwei Frauen beklagen müssen, die durch den Einsatz von Schusswaffen getötet wurden.“ Nun müsse man noch konsequenter handeln.

Service
Hilfe und Informationen

In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, u.a. Hilfe und Informationen

  • beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) unter www.aoef.at
  • beim Frauenhaus-Notruf unter 057722
  • sowie beim Polizei-Notruf 133

So sei mit der Reform des Waffengesetzes bereits ein vorläufiges Waffenverbot bei Gewalt im familiären Umfeld durchgesetzt. „Diese Regelungen müssen weiterentwickelt werden.“ Gesetze alleine reichten aber nicht. „Der Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, erinnerten die beiden Ministerinnen.

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