Trump in Erklärungsnot

Zwei US-Jets abgestürzt: Was wir bisher wissen

Außenpolitik
04.04.2026 16:57
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die US-Luftwaffe hat am Freitag im Iran-Krieg schmerzhafte Rückschläge hinnehmen müssen. Gleich zwei Kampfjets stürzten ab, mindestens einen davon hatte der Iran abgeschossen. Ein Besatzungsmitglied wird noch vermisst – und US-Präsident Trump ist in Erklärungsnot. 

Donald Trump und sein Team hatten zuletzt vermittelt, dass der Iran im Luftraum keine Bedrohung mehr für die USA darstelle. Die Vorfälle am Freitag sind für den US-Präsidenten deshalb besonders heikel: Im Süden des Irans wurde ein US-Kampfflugzeug vom Typ F-15E abgeschossen, später verunglückte ein US-Jet vom Typ A-10.

Was wir bisher wissen und was jetzt passieren könnte:

Maschine F-15E

  • Der Kampf-Jet vom Typ F-15E wurde von iranischen Streitkräften abgeschossen, wie die US-Regierung mitteilte. Das ist der erste bestätigte Beschuss eines US-Kampfflugzeugs durch einen Feind seit mehr als 20 Jahren.
  • Der Pilot des Kampfflugzeugs konnte übereinstimmenden Medienberichten zufolge von US-Spezialeinheiten gerettet werden.
  • In dem Flugzeug saß auch ein Waffenoffizier, der aktuell noch vermisst wird. Das US-Militär hat Medienberichten zufolge Spezialkräfte in den Süden des Landes geschickt, um nach ihm zu suchen.
  • Die Sache ist heikel: Denn sowohl der Iran als auch die USA wollen den vermissten Waffenoffizier unbedingt finden.
Ein solches US-Kampfflugzeug des Typs F-15E hat der Iran am Freitag abgeschossen.
Ein solches US-Kampfflugzeug des Typs F-15E hat der Iran am Freitag abgeschossen.(Bild: AFP/JACK GUEZ)

Maschine A-10

  • Die zweite Maschine – ein Kampfjet vom Typ A-10 – soll ebenfalls von der iranischen Luftabwehr getroffen worden sein, das berichtete zumindest das Staats-TV unter Berufung auf die Streitkräfte der Islamischen Republik. Die Maschine sei in den Persischen Golf gestürzt.
  • Das US-Militär bestätigte bisher nur, dass das Flugzeug abgestürzt ist, den Beschuss durch den Iran allerdings nicht.
  • Der Pilot schaffte es, die einsitzige Maschine aus dem iranischen Hoheitsgebiet in den Luftraum von Kuwait zu steuern. Danach rettete er sich mithilfe eines Schleudersitzes und konnte geborgen werden, berichtet der Sender CNN unter Berufung auf einen US-Beamten.
  • Laut Insidern soll die A-10-Maschine die Such- und Rettungsaktion für die F-15 unterstützt haben, wie der Sender NBC News berichtet.
Ein Kampfjet des Typs A-10
Ein Kampfjet des Typs A-10(Bild: AFP/SENIOR MASTER SGT. VINCENT DE GR)

Trump in Erklärungsnot
Zur Suche des US-Waffenoffiziers im Iran hielt sich Trump bisher ziemlich bedeckt. Auf die Frage der britischen Zeitung „The Independent“, was er tun würde, falls das vermisste Crew-Mitglied der F-15E von Iranern gefangen genommen oder verletzt werden sollte, antwortete Trump: „Nun, das kann ich nicht kommentieren, weil – wir hoffen, dass das nicht passieren wird.“

Sollten die Iraner den US-Offizier allerdings zuerst finden, wäre das „ein großer Gewinn“ für die dortige Führung, sagte Laurel Rapp, Direktorin des Nordamerika-Programms der Denkfabrik Chatham House. Teheran hätte dann „ein sehr starkes Druckmittel“. Staatsnahe Sender im Iran haben dazu aufgerufen, den Mann lebend zu fassen. Im Iran wurde von Kopfgeldern in Höhe von umgerechnet bis zu rund 87.000 Euro berichtet.

US-Präsident Donald Trump will nichts dazu sagen, was passieren wird, falls die Iraner den ...
US-Präsident Donald Trump will nichts dazu sagen, was passieren wird, falls die Iraner den Vermissten in Gefangenschaft nehmen.(Bild: EPA/ALEX BRANDON / POOL)

Zwei mögliche Szenarien
Experte Hamidreza Azizi kann sich zwei Szenarien vorstellen, die passieren könnten, falls der Iran den Waffenoffizier in die Finger kriegen sollte. Diese beschrieb der Experte für iranische Sicherheitsfragen am German Institute for International and Security Affairs der „New York Times“ so:

  1. Die Iraner halten die Gefangennahme geheim. Dann könnte der Iran hinter verschlossenen Türen mit den USA verhandeln und Zugeständnisse einfordern.
  2. Die Iraner präsentieren den Gefangenen öffentlich vor Kameras. Das hält der Experte für wahrscheinlicher: „Sie wollen unbedingt dieses Bild eines Sieges vermitteln und zugleich Trump demütigen.“

Waffenoffizier „seit anderthalb Tagen auf der Flucht“
Die Rettungsaktion im Iran sei „sehr gefährlich und komplex“, erklärte Bryan Stern, Veteran der US-Spezialeinheiten, dem Sender CNN. Es sei aber sehr wichtig, den Waffenoffizier möglichst schnell zu finden, fügte er hinzu. Der Vermisste sei „seit anderthalb Tagen auf der Flucht, was eine sehr lange Zeit ist, wenn man hinter den feindlichen Linien in den Bergen aktiv verfolgt wird, nur bregenzte Kommunikationsmöglichkeiten hat und möglicherweise auch verletzt ist“, verdeutlichte Stern den Ernst der Lage. 

Bei der Rettungsaktion sollen neben der A-10 noch zwei an der Aktion beteiligte Black-Hawk-Hubschrauber vom Iran beschossen worden sein, wie die Zeitung „Washington Post“ unter Berufung auf US-Beamte schreibt. Besatzungsmitglieder seien dabei verletzt worden, beide Hubschrauber seien aber sicher zu ihrem Stützpunkt zurückgekehrt.

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