Rätsel um Befreiung

Kuba entlässt zu Ostern mehr als 2000 Gefangene

Ausland
03.04.2026 15:50
Porträt von krone.at
Von krone.at

Kurz vor Ostern setzt Kuba ein überraschendes Signal: Mehr als 2000 Gefangene kommen frei – doch wer genau begnadigt wurde, bleibt unklar. Besonders eine Frage sorgt für Aufmerksamkeit: Sind auch politische Häftlinge unter den Entlassenen?

Die kubanische Regierung teilte mit, dass die Begnadigungen als „humanitäre Geste“ während der Karwoche erfolgt seien. Den Angaben zufolge gehören zu den Freigelassenen vor allem junge Menschen, Frauen, über 60-Jährige sowie Ausländer. Ausgeschlossen von der Maßnahme seien unter anderem Personen, die wegen Mordes oder Sexualstraftaten verurteilt wurden. Weitere Details zu den einzelnen Fällen wurden zunächst nicht veröffentlicht.

Unklarheit über politische Gefangene
Ob sich unter den mehr als 2000 Begnadigten auch politische Gefangene befinden, ließ die Regierung offen. Gerade dieser Punkt steht im Fokus internationaler Beobachtung, da die Freilassung politischer Häftlinge seit Jahren zu den zentralen Forderungen der USA gehört.

Spannungen mit den USA im Hintergrund
Die Begnadigungen erfolgen vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen zwischen Havanna und Washington. Kuba befindet sich seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise, die sich in den vergangenen drei Monaten durch ein US-Ölembargo weiter verschärft hat. Die USA erhöhen zugleich den Druck auf die Regierung und verlangen wirtschaftliche und politische Reformen sowie die Freilassung von Gefangenen.

Einen direkten Zusammenhang zwischen der aktuellen Begnadigungswelle und diesen Spannungen stellte die kubanische Regierung jedoch nicht her.

Zweite Freilassung binnen weniger Wochen
Bereits Mitte März hatte Kuba die Freilassung von 51 Häftlingen angekündigt. Damals wurde dies mit engen Kontakten zum Vatikan begründet. Beobachter sehen darin mögliche Anzeichen für eine Vermittlerrolle der Kirche im Konflikt zwischen Kuba und den USA.

Die aktuelle Entscheidung ist damit bereits die zweite Begnadigungsaktion im Zusammenhang mit den religiösen Feierlichkeiten der Karwoche in diesem Jahr.

Auswahl nach bestimmten Kriterien
Nach Angaben der Regierung basiert die Entscheidung auf einer sorgfältigen Prüfung der Einzelfälle. Dabei seien unter anderem die begangenen Straftaten, gutes Verhalten im Gefängnis sowie der Gesundheitszustand berücksichtigt worden. Freigelassen wurden demnach vor allem Personen, die bereits einen erheblichen Teil ihrer Strafe verbüßt hatten.

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