Sorge in Australien

„Größter Diphtherie-Ausbruch, den wir je hatten“

Ausland
20.05.2026 13:28
Porträt von krone.at
Von krone.at

Australien kämpft mit dem schwersten Ausbruch von Diphtherie seit Jahrzehnten. Mehr als 220 Menschen haben sich bereits infiziert. Gesundheitsminister Mark Butler sprach von einem „sehr besorgniserregenden“ Ausbruch.

Grund für die Ausbreitung seien vor allem stark gesunkene Impfquoten, berichtete der Sender ABC am Mittwoch unter Berufung auf die Regierung in Canberra. Neue Daten zeigten, dass die Quote der üblichen Schutzimpfungen für Kinder, zu denen auch eine Grundimmunisierung gegen Diphtherie gehört, das fünfte Jahr in Folge gesunken sei. Die Behörden bereiten nun ein Unterstützungspaket vor, um Impfkampagnen auszuweiten und den angespannten Gesundheitssektor zu entlasten.

„Größter Diphtherie-Ausbruch, den wir je erlebt haben“
„Um das in den richtigen Kontext zu setzen: Wir erfassen die Fallzahlen landesweit seit etwa 35 Jahren, und dies ist mit Abstand der größte Diphtherie-Ausbruch, den wir je erlebt haben“, sagte Butler. Die Zahl der Erkrankungen liege etwa 30 Mal höher als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

 Besonders betroffen von dem Ausbruch sind indigene Gemeinschaften im Northern Territory, wo die Menschen oft auf engem Raum leben und Personalmangel im Gesundheitswesen herrscht. Mittlerweile gibt es aber auch Fälle in anderen Bundesstaaten. Dabei galt die Krankheit in Australien seit den 1950er-Jahren als nahezu ausgerottet.

Todesfall wird untersucht
Rund ein Viertel der Patienten müsse im Krankenhaus behandelt werden, hieß es am Mittwoch. Zudem untersuchen die Behörden derzeit einen möglichen Todesfall - es wäre der erste Diphtherie-Tote in Australien seit fast zehn Jahren.

Nach Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden 2018 weltweit etwa 16.600 Diphtheriefälle aus 39 Ländern gemeldet. Die mit Abstand meisten Erkrankungen gab es in Indien.

Was ist Diphtherie?
Diphtherie ist eine hochansteckende bakterielle Infektionskrankheit. Die respiratorische Form kann Nase, Rachen und Atemwege befallen, während die sogenannte kutane Diphtherie die Haut betrifft. Sie verbreitet sich durch Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen oder durch direkten Kontakt mit infizierten Wunden. Trotz Antibiotika sterben laut Gesundheitsbehörden etwa zehn Prozent der Patienten mit schweren Atemwegssymptomen.

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