Wienerin (35) bedrängt

Essenslieferant wird übergriffig und entblößt sich

Wien
03.04.2026 15:03

Schockierender Vorfall in Wien-Hernals am Gründonnerstag: Eva S. soll von einem Lieferando-Fahrer sexuell belästigt worden sein. Was mit einer Katzenfutter-Bestellung anfing, endete in einer polizeilichen Ermittlung.

Der Schock sitzt noch tief. Eva (Name von der Redaktion geändert) kann noch immer nicht ganz glauben, was ihr am Donnerstagvormittag in ihren eigenen vier Wänden passiert ist. Dabei hatte der Tag so unscheinbar angefangen. „Ich habe Katzenfutter auf Lieferando bestellt“, fing das Unfassbare, diese völlig skurrile Geschichte an. Einige Minuten später stand auch schon der Lieferant vor der Tür der Wissenschafterin. 

„Darf ich sie streicheln?“
Als es klingelte, sprang der kleine „Momo“ wie so oft auf die Schultern der 35-Jährigen – eine liebgewonnene Angewohnheit der beiden. Während Eva das Futter entgegennahm, dürfte der Fahrer mit dem Vierbeiner auf ihrer Schulter geliebäugelt haben. „Darf ich sie streicheln?“, fragte er. Die 35-Jährige willigte ein. Plötzlich spürte sie jedoch eine Hand auf ihrem Busen. „Ich habe mich erschreckt, aber angenommen, dass es beim Streicheln der Katze einfach unabsichtlich passiert ist“, schildert sie im Gespräch mit der „Krone“.

Eva S. (35) mit „Momo“ wurde in ihren eigenen vier Wänden sexuell belästigt.
Eva S. (35) mit „Momo“ wurde in ihren eigenen vier Wänden sexuell belästigt.(Bild: Mario Urbantschitsch)

Der Mann mit Akzent und den dunklen Haaren bat, die Toilette benutzen zu dürfen. In ihrer Gutmütigkeit willigte Eva ein. Sie dachte sich, dass der Job als Lieferant auch herausfordernd und nicht das „Gelbe vom Ei“ sei ... Und dann soll es zu dieser Situation gekommen sein: „Er ging auf die Toilette“, schildert die Katzenmama. Was danach passiert sein soll, spielt sich immer und immer wieder im Kopf der 35-Jährigen ab: Der Typ soll seine Notdurft bei offener Tür verrichtet, dann die Toilette verlassen haben – in voller (aus seiner Sicht) Manneskraft. 

Situation eskalierte völlig
Er präsentierte offenbar vollkommen ungeniert sein (erregtes) Genital und grinste wie ein Hutschpferd. Völlig entblößt stand der Lieferant stillschweigend vor Eva, erzählt sie. Sie ergriff die Flucht ins Schlafzimmer. „Bitte geh weg!“, erinnert sie sich, geschrien zu haben. Der Mann zog sich kurz auf die Toilette zurück, aber: „Er tat so, als ob er sich noch einmal erleichtern müsse, doch dann kam er wieder mit offener Hose raus.“ Erneut bat die Wissenschafterin den Täter, die Wohnung zu verlassen. Dieser murmelte schließlich ein „Entschuldigung“ und ergriff die Flucht.

Verzweifelt, angewidert und völlig traumatisiert rief die 35-Jährige sofort den Frauennotruf, dieser riet ihr, sich umgehend bei der Polizei zu melden. Wenige Stunden später stand auch schon die Spurensicherung vor der Tür.

Der Beleg über die Bestellung von Eva S.
Der Beleg über die Bestellung von Eva S.(Bild: zVg, Krone KREATIV)

Die Wiener Polizei bestätigt den Vorfall in Wien-Hernals um 11.40 Uhr. Ermittelt wird gemäß Paragraf 218 StGB, sprich sexuelle Belästigung mit geschlechtlicher Handlung. Bis zu sechs Monate Haft drohen bei einer Verurteilung. Vorausgesetzt, der mutmaßliche Täter im Lieferando-Fall wird erwischt. Die Fahndung nach ihm läuft auf Hochtouren. 

„Wir bedauern“
Eva versuchte bereits kurz nach der Tat bei Lieferando Informationen einzuholen, was den Mann betrifft. Vergebens. Der Arbeitgeber des Lieferanten hüllte sich der 35-Jährigen gegenüber vorerst in Schweigen, was seine Identität betrifft. Irgendwann am Karfreitag meldete sich dann doch eine Dame aus der Abteilung Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit von Lieferando Austria – die Leiterin, wie sie schreibt. „Wir bedauern den von Ihnen geschilderten Vorfall zutiefst und möchten als Unternehmen dazu beitragen, die Angelegenheit schnellstmöglich aufzuklären und die Behörden dabei zu unterstützen. Bitte schildern Sie uns den Vorfall erneut.“ Es wird um einige Informationen gebeten: Bestellnummer, Kopie der Anzeige (falls vorhanden).

Auch gegenüber der „Krone“ betonte Lieferando am Freitag „Bedauern und Entsetzen“ über den Vorfall. Man nehme die Sache „äußerst ernst“ und habe „umgehend Maßnahmen zur Untersuchung und Zusammenführung“ der über verschiedene Kanäle erhaltenen Informationen eingeleitet.

Die Wissenschafterin wird alles daransetzen, die Behörden zu unterstützen, um den „Lieferanten“ aus dem Verkehr zu ziehen. Denn eines ist ihr am Ende des Tages klar geworden: „Meine Freiheit, alleine zu sein, wurde mir genommen.“

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