Skurriler Prozess

Wiener (20) verschickte seine Katze mit der Post

Gericht
02.04.2026 14:30

Der Postmitarbeiter staunte nicht schlecht, als im Verteilerzentrum in Niederösterreich auf einmal ein Kätzchen aus einem Packerl sprang. Unfassbar: Ein 20-jähriger Wiener verschickte seine Samtpfote einfach per Post. Er ortet einen Entführungskrimi: „Der Postbote hat sie mitgenommen.“ Die Richterin im Wiener Landl glaubt das nicht.

Ein ganz normaler Tag im Verteilerzentrum der Österreichischen Post in Hagenbrunn (NÖ). Ein Mitarbeiter rangierte ein beschädigtes Paket aus, es war teilweise aufgerissen. Dann der Riesenschreck: Aus dem Karton sprang auf einmal eine graue Samtpfote.

Jagd nach Katze und Absender
„Der Arbeitskollege hat mich angerufen und gesagt, ich möge ihn bitte nicht für dumm halten, aber im Logistikzentrum ist eine Katze“, erinnert sich ein Mitarbeiter der Sendungssicherheit im Wiener Landl. Also machte man sich auf Katzenjagd durch die gesamte Halle – glücklicherweise erfolgreich, bevor dem Tier etwas passieren konnte.

Dann begann die Detektivarbeit. Woher kam das Packerl? Und sie führte nach einigen Nachforschungen zu einem 20-jährigen Wiener. Am 23. April 2025 ließ er drei Rücksendungen nach Deutschland bei sich zu Hause im 16. Bezirk abholen. Und in einem war anscheinend sein Haustier mit ein bisschen Katzenstreu. 

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Ich glaube, ich werde in eine Falle gelockt. Die Katze wurde entführt.

Der angeklagter 19-Jährige ortet einen Krimi.

„Eine Katze in ein Paket zu stecken und nach Deutschland zu schicken, nennen wir bei der Staatsanwaltschaft Tierquälerei“, klagt die Vertreterin der Behörde den in Österreich geborenen Thailänder an. Schließlich musste die Samtpfote über 24 Stunden in dem Karton verweilen – ohne Wasser oder sonstige Versorgung. 

Herrchen beschuldigt Postboten
Der 20-Jährige hat seine ganz eigene – etwas absurde – Version zu den Geschehnissen: „Ich glaube, ich werde in eine Falle gelockt. Die Katze wurde entführt.“ Er habe an dem Tag, an dem die drei Rücksendungen bei ihm abgeholt wurden, die Wohnungstür offen gelassen. „Damit sie raus kann“, meint der junge Mann.

Der 20-Jährige packte seine Katze „Shana“ (Symbolbild) in einen Karton, verschickte den mit der ...
Der 20-Jährige packte seine Katze „Shana“ (Symbolbild) in einen Karton, verschickte den mit der Post – er wird verurteilt.(Bild: Krone KREATIV/Sophie Pratschner)

„Shana“, so heißt sein Schmusetiger, ist aber eigentlich eine reine Hauskatze zusammen mit seinem zweiten Kater. „Kann sein, dass der Postbote sie gesehen und sie mitgenommen hat“, ortet er einen Entführungskrimi.

„Shana“ bereits ersetzt
Über den er ausführlich mit der Richterin diskutiert, bis ihr der Kragen platzt: „Sie wissen schon, dass Sie auch als Angeklagter niemandem eine Straftat vorwerfen dürfen. Dadurch machen Sie sich selber wieder strafbar.“ Der 20-Jährige meint, das Einzige, was er an diesem Tag zurückgeschickt habe, sei eine Gitarre – belegen mittels Rücksendebestätigung konnte er das nicht. Die Aufzeichnung der Post sagt überhaupt etwas anders. „Das ist wahrscheinlich manipuliert.“

Die Staatsanwältin bringt es am Ende auf den Punkt: „Die Aussage ist sowieso ein Pallawatsch.“ Auf Hochdeutsch: ein Unsinn. Das sieht auch die Richterin so und verurteilt den Thailänder zu sechs Monaten bedingter Haft. Der junge Mann kündigt noch im Gerichtssaal an, zur nächsten Instanz zu gehen: „Ich kann noch beweisen, dass ich unschuldig bin.“ Seine Katze „Shana“, die nun ein neues Zuhause hat, hat er bereits ersetzt. Wirklich gesucht hat er übrigens auch nicht nach ihr.

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