Haft für Polen

Opferstockdieb: „Ich werde in der Hölle schmoren!“

Steiermark
19.05.2026 20:00

Wie ein Häufchen Elend sitzt ein polnischer Opferstockdieb am Dienstag in Graz auf der Anklagebank. „Ich werde für das, was ich getan habe, in der Hölle schmoren.“ Ganz so schlimm endete es dann aber nicht.

Sechsmal soll der 35-Jährige in Gotteshäusern zugegriffen haben. Mit einem Blechstück, das er mit doppelseitigem Klebeband versah, fischte er die Münzen in Kirchen in Weiz, St. Marein bei Graz und Hartberg aus den Opferstöcken. „Er hat das sehr professionell aufgezogen“, betont Staatsanwältin Viktoria Schreyer.

Die Verantwortung des Mechanikers ist seit seiner Festnahme Ende Februar etwas ambivalent. Einmal gesteht er die Taten, dann war er nur beten oder wegen der spezifischen Architektur in den Kirchen.

In Graz wurde verhandelt.
In Graz wurde verhandelt.(Bild: Eva Stockner)

„Nicht einmal die Kirche ist Ihnen heilig“
„Und wie sieht es heute aus?“, fragt ihn Richter Andreas Rom. „Gibt es neue Ausflüchte oder bekennen Sie sich schuldig?“ – „Schuldig“, nickt der Angeklagte. „Und warum ist Ihnen nicht einmal die Kirche heilig?“, will der Vorsitzende wissen. „Ich weiß, dass die Kirche ein heiliger Ort ist. Ich habe eine Todsünde begangen und werde bis ans Ende aller Tage in der Hölle schmoren“, murmelt der unbescholtene Pole.

Warum er sich diese Kirchen aussuchte und nicht etwa nach Rom gefahren ist? „Für eine Reise nach Rom fehlte mir das Geld für den Sprit“, zuckt der Angeklagte die Schultern. „Aber warum gerade Österreich?“, fragt der Richter weiter. „Polen ist ein armes Land und hier gibt es Euros.“ Bei der (Schwarz-)Arbeit in einem Kfz-Betrieb verlor er einen Finger und dann seine Beschäftigung, deswegen ging er stehlen.

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Ich werde niemals wieder auf den falschen Weg abbiegen. Ich weine jeden Tag über meine Taten.

Der Angeklagte

„Ich weine jeden Tag über meine Taten!“ 
Dann bittet der Angeklagte die Dolmetscherin, eine Erklärung von ihm an das Gericht vorzulesen. „Ich werde niemals wieder auf den falschen Weg abbiegen“, schwört er darin. Und ganz theatralisch: „Ich weine jeden Tag über meine Taten.“

Das Urteil – ein Jahr Haft, davon drei Monate unbedingt – nimmt der Pole gleich ohne zu zögern an. Denn so darf der 35-Jährige schon am Pfingstmontag wieder nach Hause, weil ihm die U-Haft angerechnet wird. Weil die Staatsanwältin nichts dagegen hat, ist das Urteil rechtskräftig. 

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