Das Video aus einer Überwachungskamera ist beklemmend: Man sieht, wie ein Mann mit einem Kanister eine Klagenfurter Firma betritt – nur 35 Sekunden später stürmen Menschen aus Türen und Fenstern, zwei von ihnen stehen lichterloh in Flammen. Beim Prozess um den siebenfachen Mordversuch gibt es eine skurrile Verteidigung: „Es war nur Spaß.“
Was ist am 28. September im Osten von Klagenfurt wirklich passiert? Videos zeigen ganz gut den Ablauf der Tat – doch was dahintersteckt, gibt auch bei der Verhandlung am Klagenfurter Landesgericht Rätsel auf.
Angeklagt ist ein 54-jähriger Österreicher mit kosvarischen Wurzeln, der nicht nur Brandstiftung, sondern auch siebenfachen Mordversuch zu verantworten hat, wie Staatsanwältin Anna Kanduth ausführt. „Seine Opfer haben gemeinsam Schach gespielt. Er wollte mitspielen, wurde aber weggeschickt, weil er alkoholisiert war und die späteren Opfer das nicht mochten. Also kaufte er 13,5 Liter Superbenzin bei einer Tankstelle, ein schwarzes Feuerzeug und kam damit zum Tatort zurück.“
Sieben Menschen in Lebensgefahr
Der ehemalige Bauunternehmer ging damit in den Aufenthaltsraum, verschüttete das Benzin, zündete eine Küchenrolle an und entfachte so blitzartig einen Flammenteppich, der für sieben Menschen tödlich hätte werden können. Und all das nur, weil ein erwachsener Mann an einem gemütlichen Wochenende-Nachmittag nicht beim Schach mitspielen durfte?
Ich wollte sie erschrecken, eine Gaudi machen, nur ein Spaß.
Der Angeklagte
Auch Theorien, dass das Motiv in hohen Spielschulden begründet liege, haben sich bisher nicht erhärten lassen. Der Angeklagte bleibt alle Antworten dazu schuldig. „Es tut mir leid“, beteuert er. „Dass meine Freunde Schmerzen haben.“ Aber er habe das nicht gewollt. Seine skurrile Erklärung: „Ich wollte sie erschrecken, eine Gaudi machen, nur ein Spaß.“
Eine Gaudi, die bei zumindest zwei Opfern lebenslange Folgen verursacht haben. Denn beide erlitten durch die starken Verbrennungen lebensgefährliche Verletzungen. Fotos von ihren grausamen Verstümmelungen werden dem Angeklagten gezeigt.
Reaktion? Ein Murmeln.
Der Prozess ist für zwei Tage anberaumt, ein Urteil könnte am Donnerstag fallen.
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