Die Pflege-Versorgung im Burgenland wird künftig in 28 Regionen gebündelt organisiert. Beim Ausbau der 71 Pflegestützpunkte kommt es jedoch zu Verzögerungen. Derzeit sind nur zwei in Betrieb, sechs weitere folgen jedoch noch im April.
Am Mittwoch startete das lange angekündigte neue Pflegesystem offiziell im Bundesland. Das sogenannte Pflegestützpunkt-Modell soll die Versorgung landesweit neu ordnen. Mit der Umstellung wird das Land in 28 Pflegeregionen gegliedert, in denen insgesamt 71 Pflegestützpunkte entstehen.
Der politische Anspruch ist damit klar formuliert, der Ausbau der Stützpunkte läuft jedoch sehr schleppend an. Aktuell sind erst zwei Standorte, in Schattendorf und Stinatz, in Betrieb. Sechs weitere sollen im April folgen, zusätzlich befinden sich vier Einrichtungen im Bau. Für elf Standorte ist der Baustart noch im Laufe des heurigen Jahres vorgesehen, heißt es aus dem Büro von Soziallandesrat Leonhard Schneemann (SPÖ).
Jeder Euro Steuergeld muss bei den Menschen ankommen. Pflege darf keinen Gewinn erwirtschaften und das ist unser klarer Zugang im Burgenland.

Landesrat Leonhard Schneemann (SPÖ)
Bild: Landesmedienservice Burgenland
Bis 2029 soll für alle Pflegestützpunkte der Bau erfolgt sein
Bis spätestens 2029 ist vorgesehen, dass an allen 71 Standorten zumindest der Baustart erfolgt ist. Mit der Umstellung werden auch die Zuständigkeiten neu geregelt. Jede Region ist künftig einem Träger zugeordnet, der die gesamte nicht-stationäre Versorgung – von der mobilen Pflege über die Tagesbetreuung bis hin zu betreutem Wohnen und Pflege- und Sozialberatung – organisiert. Die Volkshilfe übernimmt neun Regionen, das Hilfswerk fünf, Caritas und Rotes Kreuz jeweils vier sowie die Diakonie zwei. Vier Regionen werden direkt vom Land über die Sozialen Dienste betreut.
Pflege soll näher zu den Menschen kommen
Ziel ist eine wohnortnahe Versorgung mit klar geregelten Zuständigkeiten. „Pflege findet künftig dort statt, wo die Menschen leben. Gleichzeitig stellen wir sicher, dass Steuergeld dort ankommt, wo es gebraucht wird“, sagt Schneemann. Geregelt ist auch, dass Pflege künftig an Gemeinnützigkeit gebunden wird. Landesmittel gibt es nur mehr für entsprechende Träger, „denn Pflege darf keinen Gewinn erwirtschaften“, hält Schneemann fest.
Gemeinnützigkeit und der Fall Wagner in Rudersdorf
Wie konsequent der Zugang des Landes umgesetzt wird, zeigt ein aktueller Fall in Rudersdorf. Das Land kündigte die Tagsatzvereinbarung mit dem Seniorenhaus Wagner, nachdem sich die Geschäftsführerin und Betreiberin des Pflegeheimes hohe Gewinne und Geschäftsführergehälter ausbezahlt hatte. Im Burgenland gibt es derzeit 45 Pflegeheime, zehn davon sind nicht gemeinnützig geführt. Sie müssen umstellen oder fallen bis 2029 aus dem Fördersystem.
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