Alarmierende Studie:

Immer mehr persönliche Datensätze im Darknet

Blaulicht
20.05.2026 15:42

Was im Zuge des „Cyber Report“ für 2025 herausgefunden wurde, lässt nichts Gutes für die Zukunft erahnen. Immer mehr Passwörter, Adressen und Kreditkartendaten kursieren in Kombination im Darknet. In Kombination mit Künstlicher Intelligenz können Betrüger professioneller vorgehen. Ihre Opfer sind meist ältere Menschen. 

Die vergangenen Tage und Wochen haben es wieder einmal aufgezeigt: Cyberkriminalität ist keine Utopie, sondern schon längst in unser aller Alltag angekommen. Zwar ist sie weniger eindeutig sichtbar als andere Verbrechen, doch Vorfälle wie jene um den Song Contest verdeutlichen, wie häufig wir ins Visier von Hackern und digitaler Kriminalität geraten. Erst vor Tagen wurde etwa ein Chinese in Wien festgenommen. Mit einem SMS-Blaster verschickte er zeitgleich Tausende Phishing-SMS an Song-Contest-Fans. Auch Überlastungsangriffe auf die Seiten von Wiener Linien, ORF oder Stadthalle fanden laufend statt.

Die Festnahme eines Chinesen ist nur einer von vielen Cyber-Vorfällen der vergangenen Wochen.
Die Festnahme eines Chinesen ist nur einer von vielen Cyber-Vorfällen der vergangenen Wochen.(Bild: LPD Wien)

2,2 Millionen Warnmeldungen im Darknet
Spezialisten des CRIF analysierten nun mehr als fünf Milliarden Datensätze, die im Internet und im Darknet im vergangenen Jahr kursierten. Es sind Zahlungsdaten, Finanzdaten, persönliche Adressen und vieles mehr, das man vor allem im Darknet findet. 2,2 Millionen Warnmeldungen wurden nach der Exposition von Daten registriert, ein Anstieg von 5,8 Prozent zum Jahr 2024 und damit der höchste bislang erfasste Wert. Die durchschnittliche Schwere der Vorfälle hat ebenso um 22 Prozent zugenommen. 

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Cyberrisiken werden ein dauerhaft relevantes Thema bleiben – insbesondere vor dem Hintergrund zunehmend komplexer und gezielter Angriffe.

CRIF-Geschäftsführerin Anca Eisner-Schwarz

Österreich liegt etwa bei kompromittierten E-Mail-Adressen weltweit auf Platz 28 (Deutschland auf Rang vier, die USA auf Platz eins). Bei gestohlenen Kreditkartendaten ist Europa die am stärksten betroffene Region, Österreich liegt nur auf Platz 74 (2024: Platz 54). Bei geleakten Telefonnummern hält Österreich auf Platz 49 weltweit, ist jedoch Zehnter innerhalb der EU. Jede einzelne im Darknet kursierende Information an sich ist jedoch noch nicht so gefährlich wie deren Kombination. 

Vor allem Senioren stehen nach wie vor verstärkt im Fokus von Betrügern.
Vor allem Senioren stehen nach wie vor verstärkt im Fokus von Betrügern.(Bild: terovesalainen - stock.adobe.com)

Wohnadress-Daten immer beliebter
Genau jener Trend treibt den Forschern Sorgenfalten auf die Stirn. Früher kursierten eher einzelne Infos, heute sind es wahre Datenpakete, die Kriminelle für Geld kaufen und für digitale Verbrechen einsetzen können. In 94 Prozent der entdeckten Fälle stieß man etwa auf Kreditkartendaten in Verbindung mit dem vollen Namen, in 91,5 Prozent waren es Mail-Adressen samt Passwörtern. Besonders wertvoll: die vollständige Wohnadresse, gemeinsam mit Telefonnummern. In 57,5 Prozent der Fälle entdeckte man übrigens sogar Passnummern in Verbindung mit Namen und Wohnadressen. 

Menschen ab 51 Jahren häufig Opfer
Das Risiko für Finanzbetrug, Identitätsdiebstahl und Social-Engineering-Angriffe steigt – auch durch Künstliche Intelligenz. Mit jener steigt das Risiko, digitale Attacken schwerer erkennen zu können. Und jene werden auch professioneller und glaubwürdiger. „Die Anforderungen hinsichtlich Prävention und Risikobewertung steigen“, warnt CRIF-Chefin Anca Eisner-Schwarz. Vor allem bei Älteren, denn zu einem großen Teil sind nach wie vor Menschen von 51 Jahren aufwärts von Cyberattacken betroffen. 

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