Tiroler vor Gericht

Riesige Veruntreuung im Sportfachhandel angeklagt

Tirol
02.04.2026 08:00

Wie konnte das so lange unentdeckt bleiben? Einem 37-Jährigen aus dem Tiroler Unterland wurde am Mittwoch am Landesgericht Innsbruck bei einem Prozess wegen Veruntreuung vorgeworfen, hohe Summen von Verkaufserlösen selbst eingesteckt zu haben. Die Aufarbeitung erwies sich als durchaus herausfordernd.

Es ging bei der Verhandlung am Donnerstag am Landesgericht Innsbruck um ganz schön viel Geld: Insgesamt sollten laut Staatsanwaltschaft rund 260.000 Euro einfach fehlen. Der Angeklagte soll nämlich im Zeitraum von Jänner 2020 bis Juli 2023 Bargeld für sich behalten und Miet-Fahrräder oder Sportbekleidung seines Arbeitgebers zu seiner Bereicherung verkauft haben.

Außerdem angeklagt: Der Mann zahlte mutmaßlich zu Unrecht Provisionen aus, verkaufte einen nicht gedeckten Gutschein oder versuchte nach seiner Kündigung Geld vom Firmenkonto auf sein eigenes Konto zu überweisen.

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Mir ist es auch aufgrund von privaten Problemen einfach zu viel geworden.

Der Angeklagte beim Prozess

Chaos im Geschäft, Aufarbeitung schwierig
Ein ganzer Blumenstrauß an Anklagepunkten also, der sich bei der mehrstündigen Verhandlung nicht genau aufarbeiten ließ. Eines wurde jedoch doch klar: Unter der Ägide des Angeklagten dürfte in dem Betrieb mit einer Handvoll Standorte im Tiroler Bezirk Kitzbühel einigermaßen Chaos geherrscht haben. Dies räumte auch der Angeklagte ein: „Mir ist es auch aufgrund von privaten Problemen einfach zu viel geworden.“

Dass er Geld für sich eingesteckt habe, wies er aber vehement von sich und bekannte sich nur in Bezug auf die Provision und den Gutschein schuldig.

Die Inventur als Erklärung
Für die fehlenden Waren, die er verkauft haben soll, hatte er zumindest eine Erklärung parat. „Ich habe die Frist für die Inventur übersehen und das Programm hat dann automatisch eine Inventur gemacht.“ Von den Geldern in bar wollte er darüber hinaus nichts für sich behalten haben.

Damit habe er „Schwarzgeldzahlungen“ an geringfügig angestellte Mitarbeiter bezahlt, die somit auf einen Vollzeitlohn gekommen seien.

Schaden bis zu 400.000 Euro?
Nach langen Diskussionen über Buchungssysteme und Schadsummen – der Privatbeteiligtenvertreter des Unternehmens bezifferte diese gar mit 400.000 Euro – wurde die Verhandlung schließlich vertagt. Es sollen weitere Zeugen einvernommen werden, die womöglich noch Licht ins Dunkel der zum Teil rätselhaften Geschäftsvorgänge bringen sollen.

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